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Die Arbeit der GRÜNHELME im KONGO hat gut begonnen

Die Fundamente für das Gymnasium werden gelegt - Von Thomas Just z.Zt. Kasika /Süd-Kivu

Samstag, 04.07.2009

Seit nun mehr als zwei Jahren sind wir als Grünhelme in Zentral Afrika, begonnen haben wir in Ruanda mit dem Nelson Mandela Educational Zentrum, danach folgte die St. Francis School in Buyamba / Uganda. Seit dem 16. Juni 2009 sind wir nun im einen der wohl schwierigsten Länder Afrikas, im Kongo oder genauer gesagt: in der „Demokratischen Republik Kongo“. Leider ist das, was in diesem großen Namen Demokratie steckt, nicht so deutlich zu finden, es fehlt noch immer an ganz vielen Ecken und Enden der Staat, die Ordnung, das Recht und die Struktur.
Gleich beim Grenzübertritt von Ruanda in die DRC, ist das zu spüren, schlafende Zollbeamte, Chaos, ob wir nun eine Einladung haben oder nicht.
Wir sind in den Kongo gegangen, weil der Vize-Governor vom Süd Kivu, Jean-Claude Kibala, der jahrelang in Troisdorf lebte, uns das Versprechen gab, keine unnötigen Geld- und Nerven-raubenden Behördenwege gehen zu müssen. Dieses Versprechen hat er auch gehalten.
Wir haben innerhalb der ersten Woche unsere kostenlosen Visen und alle nötigen Genehmigungen erhalten. Wir konnten uns sofort auf die eigentliche Arbeit, den Bau der Secondary School (deutsch Gymnasium) konzentrieren.

Der Ort heißt Kasika, und liegt ca 100km südlich von Bukavu, der Hauptstadt der Provinz Süd Kivu. Um dort hinzukommen, muss man drei bis vier Stunden mit dem Auto durch eine der schönsten Regionen Afrikas fahren. Vorbei an drei Straßensperren, an denen eigentlich Straßengebühren zu zahlen sind. Bei unserer Frage: für welche Straße? - da man diese ja eigentlich eher als Ackerpiste bezeichnen müsste - wurden wir dann doch auf die lachende afrikanische Weise durch gewunken.
Kasika ist das Zentrum für ca 10.000 Menschen aus den umliegenden Siedlungen.
Hier bauen wir auf einem Hochplateau drei neue Gebäude mit insgesamt 8 Klassenräumen und einem kleinen Lehrerzimmer.
In Kasika gibt es schon so etwas wie eine Secondary School, aber diese Hütten sind aus Ästen und Stroh gebaut. Sobald es regnet, kann für die 290 Schüler kein Unterricht stattfinden. Zurzeit gibt es die staatlichen Abschluss Prüfungen, danach wird es Ferien geben. Aber da die zwei neuen UMUZUNGUS (Kisuaheli: Fremde) ja auch interessant sind, werden wir immer wieder neugierig von vielen Schülern bei der Vermessung des Geländes und bei der Baustellen Einrichtung beobachtet. Wir haben die wichtigsten Materialien (Zement und Baustahl) und Werkzeuge mit dem LKW aus Bukavu gebracht. Die restlichen Baumaterialien bekommen wir direkt in der Region.

Nun haben die zwei Grünhelme Fabien Sachse und Thomas Just das Gelände vermessen, die Baupläne gezeichnet und auch der erste Spaten- oder besser gesagt der erste Hacken Stich für die Fundamente ist getan Wenn es weiterhin so gut läuft, können wir die Schule in spätestens 4 Monaten übergeben.
Auch wenn alles bis jetzt sehr gut lief, werden die Arbeiten nicht gerade leicht. Die meisten Leute leben von ein wenig Landwirtschaft oder versuchen ihr Glück bei der Goldsuche. Für die meisten der nun 20 Arbeiter auf unsere Baustelle ist es wohl das erste Mal in ihrem Leben, dass Sie einer festen Arbeit nachgehen. Und dass wir als Deutsche mit 7 Uhr nicht 7,30 Uhr oder gar 8 Uhr meinten, konnten die Arbeiter am ersten Tag auch nicht so ganz nachvollziehen. Aber mit der Hilfe des stellvertretenden Schulleiters Emanuel, der die Arbeiten engagiert und zuverlässig unterstützt, konnte das schnell geklärt werden. Zusammen mit dem Priester Vincent de Paul der Gemeinde Kasika organisiert er noch den Bau einer kleinen Straße zu dem Plateau, auf dem die Schule gebaut wird. Zur Zeit kann man den Platz nur per Fuß erreichen.
Dieses Land spiegelt immer wieder so viele Gegensätze: die Freundlichkeit der Menschen und gleichzeitig das Chaos auf den Straßen. Das Engagement der Schulleitung und der Priester, bei denen wir untergekommen sind. Dagegen der besoffene Polizist, der einen anhält und unverhohlen fragt, ob man Ihn nicht ein Bier bezahlen kann.

Aber wie auch bei der Geschichte des Kongos, (oder Zaire, wie es unter dem vorigen Präsidenten Mobutu hieß), auch hier spielt immer noch der Völkermord von 1994 in Ruanda eine große Rolle.
Ende Mai gab es wieder Kämpfe in der Region um Kasika. Interahamwe Gruppen, die seit ihrer Flucht 1994 von Ruanda immer noch in den Bergen vor sich hin vegetieren, haben wieder Dörfer überfallen und terrorisiert, um an ein paar Lebensmittel zu kommen. Angebote von Ruanda, dass sie wieder nach Ruanda zurückkehren können, werden bislang nur von wenigen angenommen. Wohl aus der Angst vor Strafverfolgung angesichts Ihrer Taten während des Völkermordes.
Man kann nur hoffen, dass hier schnelle eine Lösung gefunden werden kann, damit das Töten und Plündern aufhören kann. Und endlich ein wenig Ruhe in die Region kommt, die trotz ihres Reichtums an Boden- und Naturschätzen eine der ärmsten Regionen in Afrika geblieben ist.

Thomas Just






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