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Die Arbeit an der GRÜNHELME-Schule im KONGO

Die Fundamente für das Gymnasium wurden gelegt

Donnerstag, 30.07.2009

Wir haben jetzt zwei phantastische Mitarbeiter, die unsere Arbeit im Kongo, d.h. konkret in der Provinz Süd-Kivu tun. Fabien Sachse, ein Tausendassa und Wirbelwind, ein Muntermacher der allerbesten Sorte, war schon für uns in Ruanda beim Aufbau des Berufsschulzentrums. Man erinnert sich noch gut an ihn. Wenn man ihn auf dem Gelände sucht, muss man nur die Ohren weit aufmachen: Immer da wo gelacht wurde, war Fabien Sachse. Er kommt aus dem Süden, Schwenningen-Tutzingen, der Ort, an dem zwei deutsche Stämme aufeinanderstoßen. Gute Vorbereitung für eine Tätigkeit in einem afrikanischen Land, in dem man immer mit Stämmen zu tun bekommt.
Er war natürlich prädestiniert, etwas für die Grünhelme in unserem ersten Projekt im Süd-Kivu zu tun, denn er hat neben dem Schwäbischen noch zwei andere Weltsprachen, über die er von Geburt gleichsam verfügt: Französisch ist seine Muttersprache, denn seine Mutter ist eine gebürtige Französin. Deutsch ist seine Vatersprache. Dazu spricht er noch die Sprache, die alle Grünhelme können müssen, wenn sie denn als Grünhelme herauswollen: Englisch.
Tanja Nopens ist Architektin, sie hat sich auf den Süd-Kivu gefreut und dafür noch französische Crash Kurse genommen. Sie ist diplomierte Architektin und wollte sich mit den ganz anderen Arbeits- und Baubedingungen in Afrika auseinandersetzen. Jetzt hat sie sie vor der eigenen Nase. Wie man dem Foto entnehmen kann, das wir von Christiane Bauer vermittelt bekommen haben, ist sie gut eingeschlagen. Christiane Bauer, Frau von Jean-Claude Kibala, ist im Juli auf Familien-Urlaub im Süd-Kivu gewesen, denn ihr Mann ist seit einem Jahr Vizegouverneur im Süd-Kivu. Jean-Claude Kibala hat 10 Jahre in der Stadt gewohnt, gelebt, gearbeitet (als Bau und Bahn Ingenieur), in der die Grünhelme Ihr Hauptquartier haben: in Troisdorf.

Wir sind in den Kongo gegangen, weil der Vize-Governeur vom Süd Kivu uns das Versprechen gab, keine unnötigen Geld- und Nerven-raubenden Behördenwege gehen zu müssen. Dieses Versprechen hat er bis heute auch gehalten.
Wir haben innerhalb der ersten Woche unsere kostenlosen Visen und alle nötigen Genehmigungen erhalten. Wir konnten uns sofort auf die eigentliche Arbeit, den Bau der Secondary School (deutsch Gymnasium) konzentrieren.

Der Ort unserer ersten GRÜNHELME Schule heißt Kasika, und liegt ca 100km südlich von Bukavu, der Hauptstadt der Provinz Süd Kivu. Hier bauen wir auf einem Hochplateau drei neue Gebäude mit insgesamt 8 Klassenräumen und einem kleinen Lehrerzimmer.
In Kasika gibt es schon so etwas wie eine Secondary School, aber diese Hütten sind aus Ästen und Stroh gebaut. Sobald es regnet, kann für die 290 Schüler kein Unterricht stattfinden. Zurzeit gibt es die staatlichen Abschluss Prüfungen, danach wird es Ferien geben. Aber da die zwei neuen „Umuzungus“ (Kisuaheli: Fremde) ja auch interessant sind, werden wir immer wieder neugierig von vielen Schülern bei der Vermessung des Geländes und bei der Baustellen Einrichtung beobachtet. Wir haben die wichtigsten Materialien (Zement und Baustahl) und Werkzeuge mit dem LKW aus Bukavu gebracht. Die restlichen Baumaterialien bekommen wir direkt in der Region.
Das Fundament ist fertig, die Wände werden hochgezogen. Das eine große Gebäude werden wir die „Emons Schule“ nennen. Die Spedition Emons in Köln hat für die Schule in Kasika einen großen Betrag gespendet….
Die beiden anderen Gebäude werden wir „Brain-Schule“ nennen. Getreu der großartigen Spende, die wir von der Firma Tempobrain bekommen haben. Die Schweizer Firma wurde durch Thomas D (Mitglied im Kuratorium der GRÜNHELME) zu der großartigen Teilhabe an diesem neuen Schulprojekt in Afrika animiert.
Dieses Land spiegelt immer wieder so viele Gegensätze: die Freundlichkeit der Menschen und gleichzeitig das Chaos auf den Straßen. Das Engagement der Schulleitung und der Priester, bei denen wir untergekommen sind. Dagegen der besoffene Polizist, der einen anhält und unverhohlen fragt, ob man ihm nicht ein Bier bezahlen kann.

In der Geschichte des Kongos, (oder Zaire, wie es unter dem vorigen Präsidenten Mobutu hieß), spielt immer noch der Völkermord von 1994 in Ruanda eine große Rolle.
Ende Mai 2009 gab es wieder Kämpfe in der Region um Kasika. Interahamwe Gruppen, die seit ihrer Flucht 1994 von Ruanda immer noch in den Bergen vor sich hin vegetieren, haben wieder Dörfer überfallen und terrorisiert, um an ein paar Lebensmittel zu kommen. Angebote von Ruanda, dass sie wieder nach Ruanda zurückkehren können, werden bislang nur von wenigen angenommen. Wohl aus der Angst vor Strafverfolgung angesichts Ihrer Taten während des Völkermordes. Die UN-Blauhelm Truppen haben mit der Kongo Armee in diesen Tagen des Juli eine Offensive begonnen, um diese versteckten und versprengten Milizionäre aufzuspüren, so dass unsere Arbeiten immer weitergegangen sind.
Man kann nur hoffen, dass hier schnell eine Lösung gefunden werden kann, damit das Töten und Plündern aufhören kann. Und endlich ein wenig Ruhe in die Region kommt, die trotz ihres Reichtums an Boden- und Naturschätzen eine der ärmsten Regionen in Afrika geblieben ist.

Rupert Neudeck



Weiterführende Links:
    -Website der Emons Spedition





Neue Termine
- 20.06.2010 - SWR: Mit Rupert Neudeck im Kongo - Nie aufgeben
- 24.05.10 - "Zivilcourage - der Heldenmut unserer Tage"
- 27.04.10 - FH Nordhausen: Vortrag und Lesung aus „Die Kraft Afrikas“

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kann nicht frei sein.

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