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Das GRÜNHELME-Gymnasium in Kasika im Kongo wächst
Und wird im November fertig. ARD Film am 25. Oktober 17:30 Uhr
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„Ich habe einen Leibwächter gehabt, der am Tage im Auto immer einschlief.“, erzählte uns der Vizegouverneur im Süd-Kivu, der Ost Provinz des Kongo, Jean-Claude Kabila in Bukavu. Er habe ich ihn dann zur Rede gestellt, dann habe ich ihm gesagt, dass ich ihn entlassen muss, wenn das noch mal passiert. Es geschah noch mal, und da er das nicht verstanden habe, habe mir der Polizist alles erzählt: „Ich kann in der Nacht nie schlafen. Ich muss immer wieder das Bild vor mir sehen, dass ich als Kindersoldat jemanden, der noch nicht ganz tot war, lebendig begraben musste, und das auch getan habe. Dieses Alptraumbild raubt mir jede Nacht den Schlaf.“
Das erzählte uns der Vizegouverneur Jean-Claude Kibala, der noch vor zwei Jahren in Troisdorf unser deutscher Mitbürger war. Wir besuchten ihn auf der Rückkehr von Kasika, dem Ort, an dem die GRÜNHELME das Gymnasium für 350 Schülerinnen und Schüler bauen sollen.
Kasika ist eigentlich nur 30 km nördlich von Bukavu, der Hauptstadt der Provinz Süd-Kivu entfernt. Aber die Schotter-Serpentine, die wir fahren müssen, dreht sich um Berge und Berghügel und Täler herum und macht eine Strecke von 100 km aus. Also sind es 3-4 Stunden Fahrt mit unserem Pick-Up-Wagen. Wir waren sehr gespannt, hatten die Nachrichten sogar der Tagesschau uns von Unruhen, Kämpfen mit der FDLR und neuen Fluchtbewegungen berichtet. Gott sei Dank hat diese Unruhe die aus dem Einsickern von FDLR Leuten in den Süd-Kivu sich entwickelte, nicht Kasika erreicht. Die Präsidenten der beiden Nachbarländer Ruanda, Paul Kagame, und der Demokratischen Republik Kongo, Kabila, hatten sich in Goma getroffen und geschworen, dass sie gemeinsam keine Destabilisierung des jeweiligen Nachbarlandes mehr zulassen wollen. Das geschah dann auch. Dennoch sind damit die Probleme des Landes Kongo nicht erledigt. Die Kongo Armee ist noch lange nicht so weit, eine Armee zu sein, wie die Polizei noch keine staatliche Polizei ist. Ein befreundeter Techniker erzählte uns, ihm sei in Bukavu die eigene Tasche mit allem Geld und dem Pass gestohlen worden. Er sei zur Polizei gegangen und habe Anzeige machen wollen. Die Polizei habe ihm gesagt: Für 500 US Dollar bekommst Du die Tasche zurück. Nun hatte der Mann nur 20 US Dollar bei sich und es war Freitag Abend. Die Anzeige zu machen, kostete 100 US Dollar.
Unser Bau wächst und wächst. In den Tagen da ich im Ort war, konnte das erste von drei Gebäuden, den Rohbau fertig machen und feiern. Das zweite Gebäude hat sein Fundament fertig und wird jetzt die Mauern hochziehen mit einer Truppe von 29 Leuten. Gleichzeitig haben wir das Gebäude Nr. 3 im Fundament ausgeschachtet und die Fundamentierung fertiggestellt: Jeweils zwei große Klassenräume und ein bis zwei Lehrerzimmer sind in jedem Gebäude.
Gegenwärtig arbeiten die Frankfurter Architektin Tanja Nopens und der Idsteiner Bau-Ingenieur Max Werlein auf der Baustelle. Wir können immer nur in der besagten „Pfarrei“ wohnen, wo jeder von den beiden einen Wohnraum hat und auch gegen Bezahlung von unserer Seite versorgt wird.
Wie stark der Ruanda Völkermord von 1994 auf die angrenzenden Länder übergegriffen hat, wurde uns am letzten Montag (24. August) deutlich. Da wurde in Kasika des 13. Jahrestages eines Massakers der ruandischen Armee gedacht, die hier für die Ermordung von 27 Offizieren Vergeltung betrieb und über tausend Menschen, darunter auch einige Nonnen und Patres ermordet hatte.
Die Arbeiten gehen im „chinesischen Stil“ voran, das heißt, wir versuchen, möglichst viele Leute aus dem Dorf an den Arbeiten beteiligen und verdienen zu lassen. Das Wasser wird aus einem Tal und von einer Quelle im Tal in zwanzig Liter Kanistern von unglaublich starken Frauen hochgetragen und für die Bauarbeiten wird täglich der Tank vollgeschüttet, damit der Zement angerührt werden kann. Gleichzeitig fährt das Team jeden Tag eine Gruppe von bis 15 Leuten an einen Steinbruch, wo Steine herausgehauen werden, die dann ein LKW zur Baustelle fährt, den wir für 500 US Dollar von Bukavu bezahlen müssen.
Die Arbeiten werden zu Mitte November fertig sein, so dass wir am zweiten oder dritten Adventssonntag mit dem Vize-Gouverneur und vielleicht einem deutschen Abgeordneten die Eröffnung des Gymnasiums machen können. Unser Wunsch: wir werden das auch nach dem größten Vorbild aller Afrikaner nennen wollen: Nach Nelson Mandela. Und wir werden zwei Gebäude „Brain Schule“ nennen, nach dem großen Schweizerischen Firmen-Spender (Fa. Tempobrain mit 45.000 Euro). Das dritte Gebäude „Emons Schule“ nach der Spedition in Köln Porz, die uns bereits 15.00 Euro gegeben hat für diese Schule.
Übrigens: Am 25. Oktober 17.30 wird es im ersten deutschen Fernsehen einen Filmbericht geben (30 Minuten) über die Schule der Grünhelme in Kasika, von James Pastouna, der mit uns und dem sehr guten Kameramann Frederick Walker und dem Tonmann Fabian Walker in der Region war und alles gesehen hat, um alles an diesem Sonntag zeigen zu können.
Rupert Neudeck
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Nelson Mandela:
Wer Haß spürt,
kann nicht frei sein.
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Eröffnung der 20. GRUENHELME Schule in Drahttut in West-Afghanistan
Die 18. Schule in Malume / Afghanistan eröffnet
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