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Rede von Rupert Neudeck zum Einstein-Award„Ich gehe wieder ins Büro und rette ein bißchen die Welt“. So sind die letzten Worte des letzten Satzes in der Biographie von Frank Asbeck: Sonne was sonst? Im Grunde mache ich Ähnliches, aber ich habe die Büros und die Bürokratie erst immer versucht zu überschlagen oder – in der 68r zeit hätte man gesagt – zu unterlaufen. Eine andere Erfahrung habe ich auch nicht machen müssen, der sich Frank Asbeck, dem wir Grünhelme den Einstein Award 2009 verdanken unterziehen wollte: Die Politik. Er war der Gründungsvorsitzende der Grünen im Rhein Sieg kreis und auch der Fraktionschef im Kreisparlament. Er ist dann mit der mir bis heute nachschleichenden Begründung ausgetreten: In der Politik müsse man zu viel Kompromisse machen, als Unternehmer können man mehr bewirken. Oder – um noch mal die Biographie zu zitieren: mehr die Welt retten. Das will uns ja nur schwer in den Kopf, die wir mit einem angeborenen und zugleich auch noch erworbenen Misstrauen gegen das Kapitalistische aufgewachsen sind. Bis hin nach Ahlen war das ja der Grundtenor der Deutschen, bis zum Ahlener Programm. Aber der Asbeck hat wohl recht. Und das ist es ja was wir in Afrika Bracuehn: Solarenergie, Solarausbildung und Mikrokredite und ganz viele Unternehmer, die sich für den Kontinent engagieren, weil es sich lohnt, ja auch für firmen, die dort hingehen. Z.B. nach Ruanda. Das ist keinesfalls das unbedeutendste unter Afrikas kleineren Ländern, denn es hat den unbezähmbaren Ehrgeiz, das Singapur Afrikas zu werden. Und wenn deutsche Entwicklungspolitik sich entschließen könnte mit den drei aufstrebenden Ländern Uganda-Tansania und Ruanda eine Mono-Partnerschaft, eine einzigartige Verbindung einzugehen und dann mit diesen Ländern und Massenbeschäftigung endlich die Eisenbahn von Daressalam nach Kigali und Kampala und weiter nach Bujumbura zu bauen, auszubauen und so erfolgreich zu machen, dass diese drei Staaten die ersten Afrikanischen Tiger in der globalisierten Weltwirtschaft werden, dann – wären wir in der Welt einen großen Sprung nach vorne. Und – die bedrängende Sorge die Migranten ersaufen zu lassen, sie nicht alle in Europa und Deutschland aufnehmen zu können, ist kein Heulen in das Kopfkissen, sondern Aufforderung, etwas zu tun, damit da Länder sind, die ihnen Arbeit und Ausbildung geben. Und damit in Nouadhibou zu beginnen. Dort an dem Hafen, über den ein Hauptstrom der von Europa aus ungeliebten Migration junger Afrikaner in Piroggen auf ‚unsere’ Ferieninseln losgeht, werden wir in Zusammenarbeit mit der Pfarrei und dem jungen katholischen Pfarrer eine SolarAnlage in der Größe anbringen, die uns Solarworld nach der Auskunft von Frank Asbeck schenken wird statt des Preisgeldes für den „Einstein Award 2009“. Dort gibt es auf dem kleinen Berg, auf dem Jerome Dukayo eine Moschee-ähnliche Kapelle aufgebaut hat, auch eine Sozialstation, in der er jetzt vocational training macht. Bei meinem letzten Besuch im Februar diesen Jahres hat er mich beschworen, er würde gern eine Solaranlage im Compound seiner Ausbildungsstätten installiert bekommen. Einmal wegen des guten und die Umwelt nicht belastenden Stromes und der Energie. Zum anderen aber, weil er damit junge Landsleute und junge Klandestine ausbilden möchte, die als Solarteure dann auch etwas anzubieten haben, evtl. auch in den Herkunftsländern. Dieser junge Pfarrer ist im Kontakt mit dem gesamten Untergrund, der in einer Größenordnung von 60.000 sich in Nouadhibou (früher in der französischen Zeit St. Etienne) aus nicht weniger als 16 afrikanischen Staaten sammelt und auf die Gelegenheit und das einigermaßen gute Wetter wartet, um dann auf Gran Canaria, Teneriffa, Lanzarote loszufahren. Ein spanischer Journalist hat die unglaubliche Gefährlichkeit der Piroggenpassage gefilmt, indem er sich auf eine solche begeben hat. Für sich selbst hatte er das Risiko gemildert, er hatte sowohl ein Satellitentelefon mit wie auch die Nummer eines Hubschrauberdienstes bei der Hand, der ihn – im falle des Falles da herausgehauen und herausgeholt hätte. Diese jungen Afrikaner wollen nur das Menschenrecht in Anspruch nehmen zu arbeiten, und über ihre Arbeit für sich, ihre Familie, ihren Clan, ihre Kinder und ihr Dorf eine Perspektive zu entwerfen. Es sind geschätzt 18 Mio junger Afrikaner, die mit geballten Fäusten in der Tasche das suchen, was uns Thomas Jefferson in die Verfassung der USA geschrieben hat. Jeder hat ein Menschen recht auf „Freedom, Justice and the Pursuit of Happiness“ Diese jungen Kerle können nicht einfach zurück. Sie können nicht zu ihrem Dorf das für sie gezahlt hat, zurück und sagen: ich habe gesehen, das ist alles viel zu gefährlich. Sie verlieren dabei nicht nur ihr Gesicht. Man wird sie auch fragen, was sie mit dem sauer ersparten Geld gemacht haben. Deshalb die Ausbildung zu einem Elektro- und einem Solar Ingenieur und Solarteur und eine Gelegenheit zum Mikrokredit. Das wäre ja etwas was die Rückkehr ermöglichen könnte. Solarenergie, die Solarpanels und Batterien sind nicht nur eine neue Technologie, die wir dank der Großzügigkeit von Solarworld Chef Frank Asbeck nach Mauretanien (z.B.) bringen, sie sind auch eine neue soziale und globale Ethik. Statt des Raubbaus an Mutter Erde – ist nunmehr im 21. Jahrhundert Schonung angesagt. Wir, die Grünhelme werden mit dem nigerianischen Pfarrer Jerome Dukayo die ersten Sonnenlichter an die Küste der afrikanischen Westküste bringen. Als Zeichen für die vielen die aus dem Kontinent hinausdrängen, dass es für sie große Entwicklungspotentiale gibt, damit sie drin bleiben. Und wir werden damit etwas auch für uns tun, für die Rettung unserer Mutter Erde. Rupert Neudeck |
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