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Gitarama und die 78 Kinder im Gefängnis
Zu einem Besuch mit Eugenie Musayidire im Frauengefängnis von Gitarama
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Manchmal erwischt uns der Völkermord dann doch wieder hart und unerbittlich. Wir hatten uns angemeldet bei Eugenie Musayidire, eine deutsch-ruandische Bekannte, die uns erzählte, sie sei jetzt an der Arbeit im Gefängnis von Gitarama. Nun bieten uns die Gefängnisse Ruandas immer noch das hässliche Bild, in der uns die mörderische Fratze der furchtbaren Genozid-Massenmorde der drei Monate vom 6. April bis zum Mitte Juni entgegenbrüllt.
Schon auf der Fahrt nach Gitarama begegnet uns die Vergangenheit Ruandas. In der 3 km vor Gitarama liegenden alten katholischen Bischofszentrale in Kabgayi, die erhöht auf dem Berge liegt, erinnern wir uns an den Mord an den drei katholischen Bischöfen, der von RPF Soldaten verübt wurde.
In diesem Gefängnis in der drittgrößten Stadt des Landes Ruanda (Gitarama) gibt es den Frauen- und den viel größeren Männertrakt. Ingesamt sind in diesem Gefängnis 8835 Gefangene, von denen 5983 Genozidgefangene sind, die anderen sind ‚normale’ Kriminelle. Es sind insgesamt an die 520 weibliche Gefangene, von denen bereits 412 verurteilt sind. Wer behauptet, Frauen und Mütter könnten an Massenmorden nicht selbst teilnehmen, wird hier eines anderen belehrt. In dem Gefängnis gibt es 78 Kinder bis zum 5 Lebensjahren. Wir durften nun mit Eugenie Musayidire und der Gefängnisdirektorin in dieses Frauengefängnis hineingehen. Beim Hereingehen kann dem Besucher der Atem oder das Herz stehen bleiben, es sind Frauen in drei Etagen über und untereinander auf engstem Raum zusammen liegen; die 78 Kinder findet man in dem nicht überdachten Innenhof. Wir durften diese Kinder mit herausnehmen auf einen Platz im Gefängnisgelände.
Eugene Musayidire hat hier eine Gruppe von acht Gefangenen-Frauen ausgesucht, mit denen sie zusammen diese Kinder betreut und mehrere Male am Tag herausführt.
Diese Arbeit sieht Eugenie für die Versöhnung in der ruandischen Gesellschaft wichtig und wesentlich an. Sie hat mit Genehmigung der Regierung diese Arbeit für diese Kinder übernommen, die ja nicht mehr für den Genozid beschlagnahmt werden können.
Eugenie Musayidire hat vor einem Jahrzehnt in einem Film und mit einem Buch „Der Mörder meiner Mutter“ die ganze Ruander Gesellschaft noch einmal ganz neu durcheinander gerüttelt. Sie bekam die Erlaubnis, im Gefängnis den Mörder ihrer Mutter zu befragen, um sich dadurch auch frei zu machen, von der Verzweifelung, dass jemand, der ihr Nachbar gewesen war, zu seiner solchen Tat in der Lage war.
Sie hat jetzt zu einer neuen Form der Versöhnungs-Arbeit gefunden, bei der wir ihr natürlich gern helfen würden. Wir würden uns gern engagieren. Wir haben die höchsten Stellen in Ruanda gefragt, ob wir bei dem Aufbau eines kleinen Spielplatzes, der wegen des immer wieder aufkommenden Regens für die Kinder auch überdacht sein müsste, hilfreich sein könnten? Den Spielplatz könnten möglicherweise die männlichen Gefangenen bauen, die in ihrem Gefängnis mehrere sog. Ateliers, also Werkstätten haben, die sie weiterbilden zu Installateuren, Tischlern, Maurern.
Wir durften im und vor dem Gefängnis keine Fotos machen. Das hatte uns die freundliche Direktorin gleich gesagt. Man kann auch verstehen warum? Solche Bilder würden um die Welt gehen und sicher dazu beitragen, dass hier etwas geschehen muss.
Rupert Neudeck
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Nelson Mandela:
Wer Haß spürt,
kann nicht frei sein.
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Eröffnung der 20. GRUENHELME Schule in Drahttut in West-Afghanistan
Die 18. Schule in Malume / Afghanistan eröffnet
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