Wer sind wir?

Projekte

Bewerben

Spenden

Kuratorium

Newsarchiv

Newsletter

Kontakt

Spendenkonto

Grünhelme e.V.
Kto-Nr: 2000008
BLZ: 70070024
Deutsche Bank München

oder

Grünhelme e.V.
Kto-Nr: 1070000
BLZ: 43060967
GLS Gemeinschaftsbank eG

  


  


  


  





Spenderbrief 2009

Grünhelme 2009: Ruanda, Afghanistan, Kongo, Uganda, Palästina, Mauretanien und demnächst Burkina Faso

Eröffnung des Gymnasiums in Kasika Christoph Schlingensief und Rupert Neudeck Zobair Akhi Karoq Thomas Just in Kasika Montag, 28.12.2009

Liebe Spenderin, lieber Spender,

„Tho-mas, THO-MAS, Tan-ja, TAN-JA“, schreien die 150 Kinder in dem Dorf (ich habe sie nicht gezählt), die immer zum Auto kommen, wenn wir den Abhang an dem abschüssigen Berg herunterfahren durch den Ort Kasika im Kongo in der Provinz Süd-Kivu. Sie begrüßen dann den Thomas Just, der mit großer Energie und Kenntnis auch diese Schule wieder gezeichnet und mit dem Bau begonnen hat und Tanja Nopens, eine junge Architektin, die drei Monate dort mitgearbeitet hat. Wir haben uns ja schweren Herzens diesen Platz ausgesucht, denn der Kongo, oder - wie man auch sagt - die Demokratische Republik Kongo ist ein schweres und schwieriges Pflaster. Die Institutionen sind in den 30 Jahren der totalen Misswirtschaft von Präsident Mobutu Sese Seko alle verdorben, es gibt dort immer noch keine wirkliche Behörde, keinen Angestellten, der nicht von Mini-Korruption angekränkelt ist.
Dort aber gibt es eine abschreckende Armut und liebenswürdige Menschen. Wir haben uns oft vor die winzigen Hütten in Kasika gesetzt, aus denen der Rauch herausquillt und die Menschen gerade mal in einem Raum mit mehreren Kindern zusammen schlafen und leben können. Diese Menschen von Kasika sind uns sehr lieb geworden, sie freuen sich auf das Gymnasium. Die Lehrer haben uns aufgetragen, wir sollten der deutschen Bevölkerung ganz herzlich danken für diese wunderbare Schule, die jetzt in drei ebenerdigen Gebäuden gebaut wird. Am 16. Dezember 2009 wird sie eröffnet.
Wir wollten nicht mehr in den Kongo, weil man in dieser Welt nach Mobutu umkommt. Viele Menschen sind verdorben, die Behörden sind verdorben, die Polizei ist verdorben. Weiter gilt der Artikel 16, Debrouillez-Vous!, das heisst auf deutsch: Jeder kann sich selbst bedienen!! Jeder Polizist wie jeder Zollinspektor. Danach wurde der Staat unter Mobutu eingerichtet. Ein Helfer einer anderen Organisation erzählte, ihm sei in der Hauptstadt die Tasche gestohlen worden mit allem Projektgeld. Er sei gleich zur Polizei gegangen. Die sagten ihm: Für 400 US-Dollar bekommst Du deine Tasche wieder! Nun war es ganz spät am Abend, und er hatte nur 20 US Dollar dabei. Dann hat er eine Anzeige gemacht. Die wiederum kostete 100 US Dollar.
Aber es gibt jemanden, der sich um diese Bevölkerung und die Verbesserung der Lebensverhältnisse sehr heftig kümmert. Das ist der Vize Gouverneur Jean-Claude Kibala. Jean-Claude Kibala war in Troisdorf unser Nachbar. Er hat in Deutschland seine Ausbildung als Bau- und Bahningenieur bekommen und hatte sich 2007 für die Wahl im Kongo aufstellen lassen, war nicht durchgekommen, ist dann aber zum Vize-Gouverneur gewählt worden.
Wir besuchten ihn und haben dann mit ihm zusammen den Platz in Kasika gesehen, dort haben wir im Juni mit dem Gymnasium begonnen, Ende November wird die Schule fertig. Und wir wollen dort noch die eine oder andere Schule bauen, denn diese Dörfer haben nichts, um sich selbst solche festen Schulen bauen zu können. Vielleicht gelingt es auch mal in einem der Dörfer, einen Solarkiosk einzurichten. Also eine Möglichkeit, mit der diese Menschen sich die Batterie ihrer Solarlampe, die sie sich ausleihen, aufladen können.
Die Not dieser Menschen zwingt, Ihnen beizustehen und sie zu aktivieren. Wir haben den Schulbau nach dem Prinzip der massenhaften Beschäftigung gemacht. Wir hatten das Wasser in 20-Liter Kanistern von den 5 bis 10 Frauen aus dem Tal hochtragen lassen, die sich damit etwas verdienen können, und das nicht einer elektrischen Dieselgenerator Pumpe anvertraut.
Und wir haben 80 km weit 15 Arbeiter in einen Steinbruch gefahren, die dort die Steine herausgehauen haben, die wir für die Fundamente der drei Gebäude brauchten. Es wird IHRE Schule sein, denn sie haben daran mitgearbeitet und sie unbedingt gewollt.

Afghanistan auf der Kippe?!

Die Arbeit in Afghanistan geht weiter. Wir würden gern mehr tun, aber die Situation ist auf Grund der gefälschten Wahlen und der wahrscheinlich verfehlten Stationierung von 100.000 ausländischen Soldaten hochexplosiv. Wir haben uns mit der Bevölkerung immer gut verstanden in den Dörfern der Provinz Herat, die Menschen haben uns geraten, einen Besuch, den ich genau in den Tagen Mitte Oktober 2009 machen wollte, zu verschieben, weil die Entführungs- und Mordkriminalität zu groß geworden ist. Der Zobair Akhi und Titus Dittmann und ich wollten vom 9. bis 18. Oktober dorthin fliegen, um mit dem riesengroßen Gymnasium (vier Gebäude) in Karoq zu beginnen. Dieses mal eines nur für fast 2000 Jungen. Das hat nicht nur nichts mit einer Diskriminierung von Mädchen zu tun, sondern fast im Gegenteil: die Mädchen sind privilegiert, sie haben da schon eines, das ihnen die ISAF spendiert hat. Die italienische ISAF, also die 2200 italienischen Soldaten haben den Bau finanziert und machen lassen und sind dann zur Eröffnung mit allen Panzerwagen gefahren.
Wir hatten das letzte Mal im Juli einige Skate Boards mitgenommen, um zu testen, ob junge afghanische Kinder, Mädchen und Jungen, bereit sind, sich einem solchen Jugendlichen Sport anzuvertrauen. Und siehe da: Die Begeisterung war sehr groß.
Wir würden gern mit einigen von den Mitteln, die für das Militär ausgegeben wird, mehr Schulen bauen. Weiter können wir eine Schule für 600 Schülerinnen und Schüler für 40.000 Euro bauen, so dass diese Gemeinde eine stabile Schule hat.

RUANDA – Die Modellschule Nelson Mandela in Ntarama

Das Land hat jetzt eine Modellschule, das Nelson Mandela Educational Centre. Wir sind noch in den nächsten drei Jahren verpflichtet, alle Anstrengungen zu unternehmen, um genügend ruandische Berufsschullehrer für Elektro-, Bau-, Solaringenieure auszubilden. Die sechs, die wir da schon haben, sind noch nicht fit, sie müssen noch heftig lernen, damit die deutschen Lehrer sich auch einmal zurückziehen können..
Wir haben die 30 KW Solaranlage Anfang 2009 aufgebaut, die uns die Luxemburger Stiftung Talisman und Jean-Claude Wolter gespendet hatte. Und jetzt sind wir ganz stolz, weil wir für diese Modellschule einen Preis bekommen haben, den „Einstein Award 2009“ der Firma Solarworld.

Wir suchen aber noch weitere Berufsschullehrer, die bereit und in der Lage sind, mal ein bis zwei Jahre am Stück diese ehrgeizige Schule zu konsolidieren, in ihrem inneren Bestand, in der Disziplin der Lehre, in der Disziplin der eigenen Produktionen. Wir können jetzt daran gehen, an dieser Schule etwas zu produzieren und vielleicht Produktionsbetriebe anzuregen und aufzubauen, die Dinge herstellen, die im Lande zu verkaufen sind.
Im nächsten Jahr werden wir in einigen Dörfern um die Schule herum sog. „Solar-Kioske“ einrichten, mit denen die Dorfbevölkerung die Basisbedürfnisse sich gegen eine geringe und bezahlbare Gebühr erfüllen kann: Die Solarlampe ausleihen, die Batterie für das eigene Mobiltelefon aufladen, die Batterie für ein Radiogerät und/oder ein Fernsehgerät laden…

UGANDA
Wir haben die St. Francisschule noch nicht ganz fertig stellen können, die wir in Buyamba in dem Rakai Distrikt aufgebaut haben. In dieser wunderschönen Gegend, dem Nachbarlandland von Ruanda, mussten drei schon bestehende Gebäude rehabilitiert werden (Dach und Wände). Jetzt ist unser Team dabei, die Mensa, eine Küche und einen Toilettentrakt sowie ein bescheidenes Lehrerwohnheim aufzubauen. Wir haben diese Arbeit mit der Patrizia Stiftung gemacht, die uns schon so heftig und großzügig bei dem Internat für die Schule in Ruanda unterstützt hatte.

Mauretanien

Wir haben dem jungen nigerianischen Pfarrer Jerome Dukayo eine Sozialstation gebaut. Er benutzt sie nun, um dort alles zu machen, damit die jungen heimlichen afrikanischen Migranten aus 16 afrikanischen Ländern, die in dem Hafen von Nouadhibou warten, eine Ausbildung bekommen. Jerome Dukayo ist der katholische Pfarrer für eine Gemeinde, die zu größeren Teilen aus den Ausländern besteht, die es in Nouadhibou gibt. So möchte er auch eine Solaranlage dort installieren, um den jungen Afrikanern eine Ausbildung zu vermitteln und sie zu Solarteuren zu machen.
Wir setzen weiter auf die Kraft der beiden Religionsgemeinschaften, die es in Mauretanien gibt. Der katholische Bischof Martin Happe ist einer der außergewöhnlichen Art. Er ist der bescheidene einfache Mensch geblieben, dem es um die Durchsetzung dessen geht, was wir für seine Mauretanier tun können.
Dort wollen wir weitere Aktivitäten beginnen, auch mit der Absicht, dass einige der dort an der Küste gestrandeten Menschen sich dann von dem Plan abwenden, und sich nicht mehr in eine Pirogge setzen wollen, um die brandgefährliche Passage auf die Kanarischen Inseln zu unternehmen. Father Jerome ist es durch seine intensive und tolle Arbeit schon gelungen, die Fahrten aus Nouadhibou nach Gran Canaria, Teneriffa und Lanzarote geringer werden zu lassen.

Palästina: WE REFUSE TO BE ENNEMIES

Das wird uns eine große lange Zeit noch in und außer Atem halten. Wir haben nach zwei Jahren intensivster Arbeit es geschafft, mit Hilfe zweier wunderbarer Techniker, Fabian Jochem und Thomas Just, auf dem Weinberg Daher eine Solaranlage zu installieren. Dort hat der junge Palästinenser Daoud Nassar eine Begegnungsstätte aufgebaut, die er nennt: „Tent of Nations“, „Zelt der Völker“. Am liebsten würde Daoud Nassar jeden Tag und jede Woche eine Begegnung zwischen palästinensischen und israelischen Schülerinnen und Schülern organisieren. Doch ist es den israelischen Schülern meistens untersagt, überhaupt auf die Westbank zu gehen und dort an Veranstaltungen teilzunehmen. Doaud Nassar hat auf seinem Berg auch jüdische Arbeiter und jeder Mann und jede Frau und jedes Kind sind hier willkommen.
Hier haben die Menschen jetzt Strom. Wir werden 2010 noch mal eine offizielle Eröffnung des Solarzeitalters in Palästina machen. Daoud Nassar und seiner Familie gehört dieser Berg, aber er muss sehr heftig kämpfen, um ihn zu behalten. Dauernd muss er Prozesse führen und sich in seinem eigenen Land auf seinem Grund und Boden verteidigen.

Als ich mit der Besitzerin der Solarfirma Shirasol in Israel, Aviva Konforty auf dem Berg war, die es geschafft hatte, diese Solaranlage auf den Berg zu bringen, da sah sie beim Hereingehen das wunderbare Email-Schild, das über den Eingangstor steht:
„We refuse to be Ennemies“,
„Wir lehnen es ab, Feinde zu sein!“

Da kamen ihr die Tränen vor Freude und Rührung; als sie dann noch zwei ihrer eigenen Landsleute sah, die dort eine Trockentoilette bauen, das waren alle begeistert.

Wir hoffen, dass wir auf dem Berg noch mehr Hoffnung und Zuversicht streuen können durch weitere Aktivität. Vielleicht kann man eine Elektro-, vielleicht eine Solarwerkstatt einrichten, um hier auch schon wieder etwas lernen zu lassen.
Dafür besonders brauchen wir Ihr Geld. In Palästina geht es bei einer weiter unter Besatzung festgehaltenen Bevölkerung ganz besonders darum, dass die sich gar nicht um die Besatzung kümmert, die ja ganz offenbar auch der US-Präsident Barak Obama nicht wegbekommt: Die jungen Palästinenser müssen noch mehr lernen, Berufe lernen, Kenntnisse und Fertigkeiten erwirken. Um die Besatzung durch Fleiß und Verweigerung zu negieren und zu verachten. Daoud Nassar sagt das immer wieder, die eigenen Verantwortlichen sollen nicht verhandeln wie in den letzten 42 Jahren, und sich damit zu latenten Kollaborateuren machen, sondern für Ihr Volk alles herausholen, was möglich ist.
Das gleiche gilt für Mauretanien, das gleiche für den Kongo. Überall müssen diese Gesellschaften demnächst selbst – auch ohne viele ausländische Experten – in der Lage sein, ihre eigenen Infrastruktur zu bauen, ihre Straßen und Brücken, ihre Schulen und Polizei und Armee Kasernen, ihre Eisenbahntrassen und Linien, ihre Häfen und Flughäfen, ihre Rathäuser und Theater selbst zu bauen. Es wird auf Dauer die Welt nicht zur Verfügung stehen.

Deshalb ist die Ausbildung und die Berufsausbildung so wichtig. Wir haben vor, mit dem nigerianischen Pfarrer Jerome Dukayo eine Berufsschule dort aufzubauen und zu Beginn auch Fachleute und Lehrer dorthin zu schicken.

Grünhelme bauen Schule für das Festspieldorf in Burkina Faso

Viele von uns haben es schon mitbekommen: Wir haben mit Christoph Schlingensief und seinem Architekten Dieudonne Francis Kere gemeinsam hier in der Grünhelmezentrale zusammengesessen und über einen Anteil gesprochen, den das Festspieldorf in Burkina Faso werden soll: Im Mai 2010 werden wir eine Schule und 2011 eine Ambulanz dort bauen. Es soll darum gehen, das zu verstärken was in Afrika in Fülle da ist. Jederzeit kann jeder unserer Mitarbeit das in jeder Kirche am Sonntag erleben, jeder Gottesdienst ist ein Fest an Musik, Tanz, Gesang, Sketche, Hymnen und erfreut das Herz des nüchernen Europäers. Wir brauche dafür auch Spenden.

Wir wollen so gern auf dem Berg in Palästina eine solche Schule bauen. Wir wollen eine ähnliche Ausbildung in Afghanistan anregen. Immer nach dem Modell: Nur für kurze Zeit kommen wir und regen etwas an, damit dann die Aktivität. Die lebenslange Ausbildung von den einheimischen Fachkräften selbst übernommen wird.

Das Jahr 2009 war für uns ein Jahr besonderer und schöner Genugtuung. Wir konnten mit den nach Deutschland über die Cap Anamur geretteten Vietnamesen das 30jährige Jubiläum der Rettung feiern. Bei einer ganz wunderbaren Gedenksteinenthüllung am 12. September in Hamburg an den Landungsbrücken und der Überseebrücke 2wurde der deutschen Bevölkerung und den Regierungen ganz ausdrücklich gedankt im Beisein von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und des SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering. Wir haben in Deutschland diesen Menschen sehr viel zu verdanken, alle haben uns immer wieder gesagt, wie sehr diese Menschen die deutsche Gesellschaft bereichern.

Wie auch immer wie unserer Arbeit sehen, mir bleibt unvergesslich in den Ohren und im Sinn, was mir ein äthiopischer Mitarbeiter mal während er Hungersnot1986 gesagt hatte, als wir aus einem Ort wegen des Bürgerkrieges herausgehen mussten. Diese Menschen werden ihren Behörden immer wieder sagen können: Aber als die Deutschen da waren, da hat die Organisation der Gesundheitsversorgung der Nahrungskette geklappt.

In diesem Sinne danken wir Ihnen ganz herzlich für Ihre großzügige Art, Menschen in notweiter beizustehen und erbitten für die Arbeit im Jahre 2010 erneut Ihre Mithilfe

Rupert Neudeck






Neue Termine
- 20.06.2010 - SWR: Mit Rupert Neudeck im Kongo - Nie aufgeben
- 24.05.10 - "Zivilcourage - der Heldenmut unserer Tage"
- 27.04.10 - FH Nordhausen: Vortrag und Lesung aus „Die Kraft Afrikas“

weitere Termine...


Weisheiten

Nelson Mandela:

Wer Haß spürt,
kann nicht frei sein.

Projekte

Eröffnung der 20. GRUENHELME Schule in Drahttut in West-Afghanistan



Die 18. Schule in Malume / Afghanistan eröffnet






(c) 2003-2008 Grünhelme e.V.