1.000 EUR für ein Haus in den zerstörten Dörfern Pakistans
Zu der Arbeit der Grünhelme in Pakistan

Wir werden mit den Menschen aus ausgewählten drei Dörfern dorthin zurückgehen, woher sie gekommen sind: Nedim Goletic, Vertreter der Grünhelme vor Ort hat in Kamisagoth schon Kontakt aufgenommen. In Beratung mit diesen geflohenen Menschen, sind sie darauf gekommen, in 4 bis 6 Wochen, wenn die Wassermassen des Indus und die übrige Überschwemmung langsam zurück geht, mit den Männern schon mal in die Herkunftsdörfer zu fahren. Die Familien können dann noch in den provisorischen Unterkünften bleiben, bis die ersten Quartiere vor Ort fertig sind.

Nach den Berechnungen auf dem Markt in Karachi könnte man bei einer Lehmbauziegel Bauweise den Preis für eine Familie mit bis 10, maximal 15 Menschen auf 1000.- Euro taxieren. Damit kann eine solche Familie ein Dach über dem Kopf ihr eigen nennen. Und in drei Räume in einem solchen pakistanischen Dorfhaus gibt es einen “Wohn-Schlafraum“, eine Küche, eine kleine ‚Terrasse’ und extra eine Toilette.

Die Kosten verteilen sich au:

  • 12.000 Lehmziegel für 180 EUR,
  • 20 Stück Holzbalken für 80 EUR,
  • 64 Sack Zement für 204 EUR,
  • 20 qm Sand für 80 EUR und
  • Transport von 4 LKW für 200 EUR.

Die Preise für die drei Fenster und die drei Türen sind in dem Preis noch nicht enthalten. Falls der Transport länger dauert als für die beiden ersten in Aussicht genommenen Dörfer, kommt das noch etwas dazu. Es ist ganz ungewiss, ob viel mehr als 50 bis 60 Prozent der Menschen in die Dörfer zurückgehen. Sie sind fasziniert von der glitzernden Großstadt Karachi und haben auch die Nase voll von der ausbeuterischen Methode der Landlords und Großgrundbesitzer. Sie müssen 50 Prozent der Erträge des Bodens an die Großgrundbesitzer abnehmen.

Darauf könnte es jetzt zu einer Sozialrevolution kommen, die einmal zu einer wirklichen offenen Rebellion führen würde – was viele Beobachter aber nicht annehmen, weil diese Familien erst mal wieder ein Stück eigenes Feld und ein Dach über dem Kopf haben müssen.

Aber das Gefährliche für die schon jetzt total aufgeblähte Großstadt Karachi könnte darin bestehen, dass ein-zwei Millionen der Flutflüchtlinge in Karachi bleiben.

Wir haben begonnen mit dem Ausbessern von einigen Häusern im Afghan Camp (afghanische Flüchtlinge noch aus der Zeit des Widerstands gegen die Rote Armee) in Karachi, wo einige Familien unter Dächern leben, die zusammenbrechen. Auch das ist sehr kostengünstig, so dass man es sich als Deutscher kaum vorstellen kann. Das Ausbessern einer solchen Hütte kann mit 100 EUR geschehen.

Wir haben erste Nothilfe in Kamisagoth leisten können. Nedim Goletic hat für 9.300 EUR sowohl 100 Zelten für 100 Familien zum Preis von je 55 EUR und 100 Lebensmittelpakete zum Preis von 38 EUR sowie ein Schulzelt von 5 mal 5 Metern und fünf Wassertanks gekauft.

Wir hoffen, dass die deutsche Bevölkerung uns nicht im Stich lässt und uns beim Wiederaufbau der Dörfer unterstützt. Geburtstagsfeiern können sich steigern zu der Summe von 1.000 EUR. Schulklassen können sich darauf verschwören, diese Summe mit Waldläufen, Stadtläufen, Kuchenbacken usw. zusammenzubringen. Dieser Wiederaufbau besteht darin, dass die beiden Grünhelme mit der Dorfbevölkerung leben und das Baumaterial zeitig vor Ort haben. Bauen sollten die Landbewohner das dann selbst. Das hilft auch, um die Traumatisierung durch Arbeit zu überwinden, unter der die gesamte Bevölkerung leidet.

 

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