Afghanistan ist noch nicht am Ziel
Die 30 Grünhelme Schulen sind alle am Netz und arbeiten vorzüglich.

10.04.2014_1 Die Zeit scheint eingefroren zu sein. Keiner redet mehr von der Gegenwart kaum noch von der Vergangenheit. Es schein fast so als wurde für Afghanistan eine neue Zeitzählung beginnen, wenn Karzai den Strategievertrag mit den Amerikanern unterzeichnen wurde. Alle wollen, dass Karzei den Vertag unterzeichnet. Keiner kann es verstehen, dass er Zeit herausschinden will bis zur Wahl seines Nachfolgers in diesem Monat April 2014. Viele befürchten, dass – wenn es nicht zu dem Vertrag kommt – die Amerikaner Ende 2014 ihre Soldaten aus dem Land abziehen würden.

In Herat sorgt seit Ende 2013 ein neuer Polizeichef für die Sicherheit. Ein neuer Gouverneur ist auch ernannt worden. Beide scheinen Ihre Aufgaben gut zu machen. Die Zahl der Entführungen und Selbstmordattentate haben abgenommen. Insgesamt scheint sich die allg. Sicherheitslage in Herat gebessert zu haben.

Eins ist auffällig: Kaum redet man mit einem Menschen über die Politik, fängt er an sich darüber zu ärgern, warum der Präsident Karzai nicht endlich diesen verdammten Vertrag mit den Amerikanern unterzeichnet. Dann hätte Afghanistan wenigstens die Sicherheit, nie wieder in die Hände der Taliban zu fallen, wenn die Amerikaner im Land stationiert sind.

Am 05. April wird Afghanistan wieder Schlagzeilen machen. An diesem Tag werden mit dem neuen Präsidenten die Landesparlamente gewählt. In Herat haben sich für die 17 Sitze im so genannten Landtag ca. 170 Kandidaten zur Wahl gestellt. Die Favoriten für den Nachfolger von Karzai sind Salmai Rassul oder der Abdullah Abdullah (beide Ex-Außenminister von Karzai). Zumindest in Herat ist die Stimmung so.


Die Geschäfte laufen sehr schlecht: Wirtschaftlicher Stillstand. Alle warten auf die Wahlergebnisse und auf die Unterzeichnung des Vertrages mit den USA.
In den Schulen im Distrikt Karoq wurden gerade die Letzten Klausuren geschrieben. „Aber das Schuljahr verlief ohne Zwischenfällen“ sagte der Schuldirektor in Ali Abad. In der Schule in Karokh haben die Lehrer von einer Zunahme der Schuler gesprochen und Wünsche nach mehr Mobiliar und einem Basketballplatz für den Sportunterricht für Mädchen geäußert. In Karop steht die grosse Schule (mehr als 1000 Kinder), die wir zusätzlich mit zwei neuen Schulgebäuden (eine gespendet vom Rotary Club in Nürnberg) und einer betonierten Bahn zum Üben für die Kinder auf den Skateboards ausgerüstet haben.

Mit den Schuldirektoren von Chagmagh und Pahlewanpiri habe ich telefonisch gesprochen. Sie haben sich auch nur über den trockenen Sommer und Mangel an Wasser beklagt. Aber das Schuljahr und der Unterricht sei den Umständen angepasst gut gelaufen. Die Bildungsbehörde kann Ihnen leider nicht genüg Lehrer zur Verfügung stellen. Vor allem für Englisch.

Aber zum Glück sind Alle Schulen unversehrt und der Schulunterricht lief wie gewohnt. „Es gibt kein Grund zur Sorge“ sagt unser alter Freund in Herat, der Mullah Faslul Hagh, der als Persisch und Religionslehrer in Pahlewan Piri tätig ist. Von ihm soll ich Grüße „den Freunden in Deutschland“ ausrichten.

Zobair Akhi

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