Bald heben die ersten Autos ab…
Kurz vor dem Bauende: ein Update aus dem Senegal

17.02.2017_01Seit Ende November wurde an der Kfz-Ausbildungswerkstatt fleißig weitergearbeitet. Nachdem das Dach komplett fertig gestellt wurde, konnten unser Metallbauer Pape und seine „Equipe“ mit den Toren, Fenstern und Türen beginnen, um die Werkstatt abschließen zu können. Zudem wurden zwei weitere Häuser auf dem Grundstück errichtet.

Da das Gelände zur einen Seite abfällt, haben wir uns für zwei unterschiedlich große Auffahrtsrampen entschieden. Dazu musste eine große Menge Sand mit einem Lastwagen auf der Baustelle angeliefert werden – der dann mit reiner Handarbeit zu einer Rampe auf allen Seiten der Werkstatt verteilt wurde. Da durch das Dach und die Rampen später eine versiegelte Fläche von ca. 600 m2 entsteht, brauchen wir einen Regenwasserablaufkanal, der die großen Mengen an Wasser in der Regenzeit ableiten kann. Da der Kanal und die Rampen miteinander fest verbunden sind, wurde zuerst die Bodenplatte des Kanals  um das Haus gegossen. Dabei haben wir das natürliche Gefälle des Geländes ausgenutzt und die Bodenplatte mit einer Neigung versehen. Um den Kanal bis zum Haus fest zu verbinden, sind viele Quadratmeter Gitter aus Armierungseisen geflochten und auf den Rampen platziert worden.

Danach kam die schöne Arbeit: In sechs Betoniertagen, an denen wir jeweils morgens um 6 Uhr begonnen haben, hat unsere ganze „Equipe“ mit einer unbeschreiblichen Gruppendynamik, guter Musik und viel Spaß bis zu 9m3 Beton pro Tag von Hand angemischt und die Rampen fertiggestellt. Seitdem die Rampen nun gegossen waren, konnte mit der Außenseite des Regenwasserkanals begonnen werden. Dieser wurde Stück für Stück in kleinen Etappen ringsherum fertiggestellt. Dazu wurde eine Schalung aus Brettern gebaut die man immer um eine paar Meter weiter versetzen konnte.

Der Platz, an dem sich der Brunnen inklusive Speicher (500 Liter) befindet, wurde von einem kleinen Haus umschlossen. Das Wasserreservoir, das die ganze Baustelle mit Wasser versorgt, wird somit von der warmen Sonne Afrikas und anderen Fremdeinwirkung geschützt. Das Bohrloch versorgt nicht nur unsere Baustelle, sondern auch die Menschen aus der Umgebung mit Wasser. Manchmal kommen sogar Taxis vorbei, um gleich mehrere Kanister mit Wasser zu füllen und mitzunehmen.

Um später in der Werkstatt einen zusätzlichen Raum zu haben, wurde noch ein weiteres Haus für Duschen und Toiletten neben der Klärgrube gebaut. Dieses Haus konnte innerhalb von ein paar Wochen vom Fundament über den Ringanker und die Mauern bis hin zum fertigen Putz und den Fliesen hochgezogen werden.

Die Fertigstellung der Werkstatt ist nun absehbar, die Räume sind gefliest und alle Innenräume sind gestrichen. Fenster und Türen sind gesetzt und die ersten Rohre für die Druckluftversorgung wurden installiert. In Zwei Räumen werden begehbare Decken eingezogen und der Hallenboden wird mit einer für Werkstatthallen geeigneten Epoxidharzbeschichtung überzogen. Danach kann mit dem Aufstellen der Hebebühnen und der Elektroinstallation begonnen werden, sodass bald das erste Auto angehoben werden kann.

Auch wenn das Ende der Baustelle nun absehbar ist und viele von unseren Arbeitern sich bald eine neue Arbeit suchen müssen, sind hier alle sehr, sehr fröhlich und stolz, auf dieser Baustelle mitarbeiten zu können. Das Lebensgefühl und die Mentalität lassen sich mit einem kurzen Satz zusammenfassen: Nach einem harten Arbeitstag hat jeder noch die Energie bei einem Glas Bunoc (Palmwein) und lokaler Musik  gemeinsam zu tanzen, zu lachen und das Leben in der Runde seiner Freunde und Kollegen zu genießen.

 

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