Das Achte Weltwunder in Afghanistan
Der erste Outdoor Skatepark in Karoq Gebaut von den Grünhelmen und Skate-Aid

03.05.2010_1Sehr selten passiert es in Afghanistan, so sagt es unser Teamleiter in Afghanistan, Zobair Akhi, dass sich jemand den Bedürfnissen der Kinder zuwendet. Aber jetzt ist es geschehen, In dem größeren Ort Karoq, in dem die Grünhelme das dritte Gebäude eines neuen Gymnasiums bauen, wurde gleichzeitig ein Skatepark eingerichtet. Vor etwa zwei Monaten begannen die Arbeiten an dem Skatepark in Karoq. Zobair Akhi war mit Marc Zanger von Deutschland losgeflogen. Es wurde eine spannende Zusammenarbeit. Marc Zanger wusste zwar, wie Skate-bare Kurven und Flächen auszusehen haben, hatte aber gar keine Erfahrung im Betonbau und im Stahlbeton. Zobair Akhi hat dagegen noch nie auf einem Skateboard gestanden, nicht mal auf einer flachen Ebene. Da war also Teamarbeit angesagt.

Teamarbeit ist aber für das heutige Afghanistan immer noch ein selten benutztes Fremdwort. In dieser Arbeit gelang sie vorzüglich. Innerhalb des größeren Projektes der Grünhelme, in dem in den letzten sechs Jahren schon 31 Schulen in Dörfern in der Provinz Herat gebaut wurden, konnte jetzt im Compound der größeren Sekundärschule in dem Hauptort Karoq die Skateboard Bahn fertig gestellt werden, auch mit den Mitteln von Titus Dittmann, Unternehmer in Münster.

Zobair Akhi schreibt uns: „In einem Land, wo scheinbar jeder gegen jeden kämpft, haben Marc Zanger und ich gemeinsam das ‚achte Weltwunder’ gebaut.“ Das Selbstbewusstsein der Kinder, so hat Zobair Akhi beobachtet, wächst von Tag zu Tag, als sie mitbekamen, dass wir extra für sie einen Spielplatz bauten.

Karoqs talentierte Kinder haben das Skaten sehr schnell gelernt. Erst übten sie auf dem schon vorhandenen Volleyballplatz, dann auf den neuerschaffenen Skateparkkurven. Voller Lebenslust standen sie in der Schlange, um von Marc Zanger dran genommen und trainiert zu werden. Aus lerntechnischen Gründen war die Anzahl der Skatebretter immer auf fünf Boards begrenzt geblieben.

Der neue Bürgermeister von Karoq, Herr Rustaie, begrüßte die gemeinsame Arbeit der Grünhelme und der Stiftung Skate-Aid. Er sagte, der ganze Distrikt Karoq sei der deutschen Bevölkerung und den Grünhelmen sehr dankbar. Die Grünhelme haben aus diesem Distrikt dank ihrer guten Schulbau-Arbeit und dem Aufbau des Skateparks einen friedlichen Vorzeigedistrikt in der Provinz Herat, ja vielleicht sogar für ganz Afghanistan gemacht.

 

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