Der Kelch ist noch einmal am Berg vorbeigegangen
Aber nur: auf Zeit! Kein Abriss am Montag

06.06.2010Wie uns Daoud Nasser uns jetzt mitteilt, gibt es einen Aufschub von zumindest 60 Tagen. Der Supreme Court – so etwas wie das Deutsche Bundesverfassungsgericht, in Israel allerdings ohne Verfassung, weil es die nicht gibt – hat eine einstweilige Klage gegen die Abrissverfügung der israelischen Militär-Besatzungsbehörde angenommen und in einer Frist von bis 60 Tagen die Militärbehörde aufgefordert, ihre Sicht der Dinge klarzulegen.

Das ist kein wirklicher Erfolg von Recht und Gerechtigkeit. Denn davon kann man ja nun nicht reden: wenn es in dem Gebiet, das wir alle kennen und lieben, den israelischen Siedlern freisteht, Tag und Nacht zu bauen, Straßen, Häuser, Stromleitungen, dem Palästinenser Daoud Nassar aber nicht erlaubt ist, das zu tun, dann kann man bei einer Beratung dieser Verfügung natürlich nicht von einem Sieg des Rechts sprechen.

Erst wenn westliche Regierungen von „illegalen Siedlungen“ sprechen und davon, dass die als illegale zurückgefahren werden müssen, erst dann wird sich so etwas wie ein neuer Atem von Recht und Gerechtigkeit über Palästina legen. Dennoch: Die GRÜNHELME werden umso sturer die Arbeiten an den Plänen für ein Berufsausbildungszentrum wahrnehmen. Wir werden im August mit zwei Architekten auf den Berg gehen, um dort das Gelände auszumessen und die architektonischen Pläne für ein Berufsausbildungszentrum auszuführen.

Um dann genau das zu machen, was uns die Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrem Brief vom 29. März 2010 anempfohlen hat: „auf der Grundlage eines konkreten Projektvorschlages eine Baugenehmigung bei der israelischen Militärverwaltung zu beantragen. Sie sollten dabei Kontakt mit unserer Botschaft in Tel Aviv und dem deutschen Vertretungsbüro in Ramallah halten, die das Vorhaben begleiten werden“.

Wir gehen einfach – getreu der Grundhaltung aller Humanitären auf der ganzen Welt – davon aus, dass wir das Nelson Mandela Educational Centre 2010 bis Mitte 2011 – werden auf dem Berg bauen können. Und wenn Nelson Mandela dann noch leben wird, wovon wir auch ausgehen, werden wir ihn nicht dorthin einladen, aber ihn um eine Grußbotschaft für das Berufsschulzentrum für die jungen Palästinenser bitten. Wir haben unsere Pläne mit jungen Palästinensern noch einmal erörtert und sind auf die Ausbildung von Elektrotechnikern, Solartechnikern, Klempnern, Mechanikern, auch Automechanikern gekommen. Das alles könnte sich auf dem Berg in großer schöner breite entgalten.

Wie heißt es in dem Brief der deutschen Bundeskanzlerin: Die Begegnungsstätte “Tent of Nations“ sei in der Tat ein „bemerkenswertes Projekt, dem ich auch für die in Zusammenarbeit mit der Talitha Kumi Schule geplante Einrichtung zur beruflichen Bildung Erfolg wünsche“.

Für diejenigen unter den Freunden der Grünhelme und von „Tent of Nations“, die uns fragen, was sie denn tun können: Wir brauchen für dieses Zentrum noch eine Menge Geld. Wir brauchen Geld für zwei Lehrhallen, eine Küche, eine Mensa, ein Internat, ein Lehrerwohnheim und eine entsprechende Vergrößerung der Solaranlage, die wir dorthin gebracht und installiert haben (von 5 KW auf 25 KW).

 

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