Die Grünhelme helfen Pakistan
Alle Militärflugzeuge nach Pakistan, um den 20 Mio. in den Fluten zu helfen

18.08.2010Die Grünhelme sind in gutem Kontakt mit der Organisation MALC (Marie Adelaide Leprosy Centre) von Dr. Ruth Pfau in Karachi. 435 Menschen sind auf den Fluten in Thul in der Provinz Sindh angekommen und haben sich in Khamisagoth niedergelassen. Viele Familien haben keinen Vater mehr. Auf der Flucht sind die Frauen von den Männern durch die Sturzflut getrennt worden. Die Frauen haben die Verantwortung übernommen.

Was sie Brauchen? Lebensmittel, Bettzeug. Diese Flutflüchtlinge haben nur das, was sie auf dem Leib tragen. Sie haben alles zurückgelassen, besonders das Vieh, das Ihre wirtschaftliche Existenz darstellt. Dort und in Adamgoth werden wir anfangen unsere Hilfe zu konzentrieren. Um dann, wenn die Fluten langsam zurückgehen, uns ein Dorf vorzunehmen für den Wiederaufbau.

Man stelle sich nur einmal vor: Die westliche Staatengemeinschaft hätte Phantasie und würde mal etwas zugunsten von Menschen in der Not wagen: Die Riesen-Transportflotte von Luftwaffen aus aller Herren Länder in Afghanistan würde einfach für drei Monate nur in Pakistan für Not-Operationen eingesetzt. Auch die Tornados, um herauszufinden, wo sich noch Menschen auf einsamen Inseln inmitten der Flutmassen bewegen.

Auch die Hubschrauber, die das Material zum Aufbau von Unterkünften in die versprengten Gegenden bringen würden. Das würde einen Aufschrei der Freude und der Begeisterung bringen bei den Menschen, denen man zu Hilfe kommen würde. Mich erinnert das an eine Hilfsoperation aus der Luft, zu der sich in der Zeit des Höhepunktes der Hungerkatastrophe in Äthiopien 1984ff die Luftwaffen der Bundeswehr und der NVA zu einer Operation zusammenfanden. Nahrungsmittel wurden in den Bergen von Tigray (Nord-Äthiopien) aus der Luft abgeworfen. Diese Luftflotte hatte ihr gemeinsames Hauptquartier in Diredawa im Osten Äthiopien – in der Zeit des roten Negus Haile Mariam Mengistu.

Wir werden uns bemühen, unsere Kooperation herauszustellen: Muslime und Christen wissen am besten, dass – wenn Menschen in Not sind – sie nicht als Muslime, Hindus oder Christen, Alewiten, Bahai oder Zeugen Jehovas in Not sind, sondern als Menschen, oder religiös gesagt: als Kinder Gottes.

Da die Katastrophe der Dächer über den Häusern und der Unterkünfte noch sehr lange dauern wird, wollen die Grünhelme in Kooperation mit den Menschen in Pakistan etwas tun. Deshalb wollen wir ein Häuser und Dächer-Programm in einigen Dörfern beginnen. Unser Mitarbeiter, ein bosnischer Muslim, wird in den nächsten Tagen nach Pakistan aufbrechen wenn es schnell mit dem Visum klappt. Auch das afghanische Flüchtlingscamp in Karachi lebt ohne zureichend Nahrung und Wasser, auch dort wäre es nötig, etwas zu tun.

Wir sind in Kontakt mit der Frau, die am besten weiß, wie man in Pakistan hilft: Die dort seit 40 Jahren lebt und arbeitet: Dr. Ruth Pfau. Ruth Pfau hat mit ihrer Organisation MALC in den letzten Jahrzehnten in Pakistan die Lepra ausgerottet. Mit ihrer Organisation, in der seit ihrer Gründung Muslime, Christen und Hindus zusammenarbeiten, werden wir etwas in Pakistan tun.

 

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