Die Grünhelme wünschen frohe Weihnachten!
Gemeinsam an einer besseren Welt arbeiten

24.12.2017-1Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer der Grünhelme, was für ein Jahr! Ein US-Präsident droht mit Nuklearschlägen, Syriens Machthaber Assad reinstalliert seine Macht und im Mittelmeer sterben immer noch tausende Menschen. Neue und alte, wieder aufgeflammte Konflikte erschüttern die Welt. Es ist ein Jahr, das zeigt: Handfeste Hilfe ist weiter notwendig, leider.

Nachdem der Islamische Staat im Irak zurückgedrängt werden konnte, kehrten dort zwar viele Menschen in ihre Heimat zurück. Aber es verhärteten sich auch die Fronten zwischen den im Kampf gegen die Dschihadisten vereinten Parteien. Hatten sich die verschiedenen Milizen und Armeen der Region zunächst noch zusammengerauft, stehen mittlerweile die alten Feindschaften wieder im Vordergrund. Ausgelöst durch das Referendum der Kurden und die damit verbundene zunehmende Isolierung durch die Nachbarstaaten, könnte bald der nächste Krieg entstehen. Sollte es dort jedoch zur Eskalation kommen, droht den Menschen eine weitere humanitäre Katastrophe innerhalb weniger Jahre.

Der IS ist nicht besiegt

In Syrien sieht es noch schlechter aus. Viele verschiedene Parteien aus zig Ländern kämpfen sich langsam in das vom IS eroberte Gebiet vor. Dabei wird keine der Parteien das eroberte Land freiwillig zurückgeben. 2013 hätte es noch eine Lösung für Syrien gegeben, aber nun, vier Jahre später, liegt das Land in Trümmern. Der Zugang für humanitäre Hilfe ist nach wie vor nur unter schweren Bedingungen möglich. Assad scheint für den Westen das kleinere Übel zu sein; die Gründe, weshalb so viele Menschen 2011 gegen ihn auf die Straßen gegangen sind, geraten komplett in den Hintergrund. Eine Ausstellung eines Militärfotografens, der die Toten aus den Foltergefängnissen des syrischen Regimes fotografiert hat, zeigt das Ausmaß an Brutalität. Dass diese Ausstellung ausgerechnet im Gebäude der Vereinten Nationen in New York zu sehen ist, entlarvt die Weltgemeinschaft als zynisch.

Auch die Krise in Myanmar, die zur Flucht von hunderttausenden Rohingya nach Bangladesch geführt hat, blieb zu lange unbeachtet. Laut Human Rights Watch zerstörte das myanmarische Militär hunderte Dörfer der muslimischen Minderheit. Die hohe Zahl an Geflüchteten bringt Bangladesch nun an seine Grenzen. Auch in Europa wird oft weggeschaut. Trotz der Foltergefängnisse in nordafrikanischen Ländern wie Libyen oder Ägypten machen sich noch immer verzweifelte Menschen aus Subsahara-Afrika auf den lebensgefährlichen Weg nach Europa. Die Bundesregierung und die EU lassen sich mit Diktatoren ein, um die Außengrenzen Europas immer weiter in die Ferne zu rücken. Die hässlichen Bilder der Menschen auf der Flucht sollen auf diese Weise von uns ferngehalten werden.

Wir Grünhelme packen an

Mit dem Tod von Rupert Neudeck ist ein Mensch von uns gegangen, der auf all diese Konflikte hingewiesen und dieses Fehlverhalten klar benannt hätte. Gemeinsam mit den Grünhelmen hat er gegen die Missstände dieser Welt gearbeitet.

Wir Grünhelme tun das auch weiterhin. Wir prangern an, aber wir packen auch an. Und so sind wir im vergangenen Jahr in einigen Konfliktherden mit handfester Hilfe die Probleme angegangen. Rupert fehlt uns dabei an jeder Ecke, aber wir haben glücklicherweise nach wie vor die Unterstützung seiner Frau Christel, die den Grünhelmen mit ihrer unerbittlichen Energie zur Seite steht. Zusätzlich freuen wir uns ganz besonders, dass wir im vergangenen Jahr auch seine Tochter Yvonne Neudeck für uns gewinnen konnten. Sie ist nun, genauso wie Christel, die gute Seele des Vereins. Sie fügt und hält die Grünhelme zusammen. Mit ihrer guten Organisation sorgt sie dafür, dass die Arbeit in den Projekten so reibungslos klappt.

Ein Ausblick in das kommende Jahr

Im kommenden Jahr stehen wir vor großen Aufgaben: Unser Schulbauprojekt im Irak soll weitergeführt werden. Seit der IS auch auf der südlichen Seite des Shingal-Gebirges zurückgedrängt wurde und nunmehr keine Rolle in der Region mehr spielt, wollen wir auch dort eine Vorreiterrolle einnehmen. Im kleinen Dorf Depeh, drei Kilometer von der Stadt Shingal entfernt, wollen wir eine weitere Schule bauen. Sie soll bis zu 400 jesidischen Schülerinnen und Schülern Platz bieten. Täglich kehren bis zu 40 Familien aus Provisorien oder Flüchtlingscamps in die Region zurück und benötigen dringend verlässliche Infrastruktur wie etwa Schulen. Wann das Projekt starten kann, ist wegen der Konflikte zwischen der kurdischen Autonomieregierung und der Bagdader Zentralregierung noch unklar.

Gleichzeitig haben wir im Libanon im November begonnen, Geflohenen aus Syrien zu einer vernünftigen Unterkunft zu verhelfen. Langfristig wollen wir unsere Hilfe im Libanon auf die Region um den Ort Arsal im Nordosten des Libanons konzentrieren. Denn dort kam bislang überhaupt keine Hilfe an. In dieser Region sind kaum andere Organisationen vor Ort, viele der Geflüchteten sind nicht offiziell registriert und können so die spärlichen Leistungen der UN nicht in Anspruch nehmen. Die Menschen haben sich Zelte aus Brettern und Planen gebaut, die im Winter unter den Schneelasten zusammenbrechen werden. Wir wollen mit unserem Know-how winterfeste Holzunterstände über den Zelten errichten. Die großen Dächer sollen Regen und Schnee abweisen und so die Lebenssituation der Menschen zumindest ein wenig verbessern.

Wir möchten heute die Gelegenheit nutzen, um Ihnen für Ihre Unterstützung im Jahr 2017 zu danken! Ohne Sie wären unsere Projekte nicht möglich. Lassen Sie uns gemeinsam an einer besseren Welt arbeiten.
Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit!

Mit herzlichen Grüßen

Martin Mikat (Vorsitzender)
Max Werlein (Stv. Vorsitzender)

 

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