DR Kongo: Eröffnung der Schulen in Kamituga und Kitutu
Im Beisein des Ministers für Öffentliche Arbeiten in Kinshasa, Jean-Claude Kibala

24.11.2012_2Nun hat es trotz Regen und mieser Straßen im Süd-Kivu doch die Eröffnung der Schulgebäude von Kitutu und von Kamituga gegeben. Es war eine wunderbare große Zeremonie. Die Grünhelme haben im Kongo die dritte und vierte Schule fertig gemacht. Es waren viele Teams, viele Grünhelme-Mitarbeiter, die sich bewährt haben.

Wir haben die dritte Schule in Kamituga aufgebaut, die die größte Herausforderung werden sollte. Denn die Unsicherheit und bürokratische Schikanen fingen wieder an, unsere Teams und Leute zu belästigen. Der Charme des Anfangs war verflogen. Der Charme am Anfang war die gemeinsame Begeisterung, die uns bewogen hatte, alles auf den Süd-Kivu zu setzen und uns dort zu engagieren.

Begonnen hatte alles bei einem Besuch vor vier Jahren von Thomas Just und Rupert Neudeck von Ruanda aus in Bukavu. Wir hatten ja mitbekommen, dass der neue Vizegouverneur im Süd-Kivu Jean-Claude Kibala hieß, und den kannten wir aus unserer gemeinsamen Nachbarschaft in Troisdorf. Und wir hatten uns gleich gesagt, diese gemeinsame Bekanntschaft könnte ein guter Anlass sein für eine garantierte Partnerschaft zum Aufbau von Schulen im Kongo. Gesagt getan, bis auf die sagenhafte Unpünktlichkeit war das immer sehr ermunternd gewesen, mit Jean Claude Kibala zu arbeiten. Wir begannen mit einer ersten Schule nach Norden in Kasika (mit Max Werlein), es folgte die nächste Schule in Kibe, 12 Km von Kamituga entfernt, Bau einer Schule am Ende der Welt. Es gab dort eigentlich nur Gerüchte um die Gefahren, der Ort war schließlich mal in den Händen der Rebellen der FDLR gewesen, aber jetzt war er frei.

Nie war es ganz sicher, wir wurden auch bewundert, wie auch die Ärzte und Krankenschwestern von Cap Anamur, die zeitgleich im Hospital angefangen hatten. Beide Organisationen waren Pioniere, denn bis 2009 spielte sich humanitäre und Entwicklungshilfe nur in der schönen Hauptstadt der Provinz in Bukavu ab. Nun waren Kasika und Kibe fertig geworden, Kitutu und Kamituga wurden als nächste gebaut. Wir hatten diese Schulen bauen können, weil es eine wunderbare Gemeinde und viele Schulen gab im Münsterland, Haltern am See, die sich den Bau dieser Schule im Süd-Kivu auf die Fahnen geschrieben hatte. Dann brachte uns die großzügigste Unterstützung der Familie Jäger aus Berlin ebenfalls ein ganzes Gebäude ein.

Wir haben auch die herrliche großzügige Unterstützung der Firma Emons bekommen, die man auf einem der Bilder von der Eröffnung auch mitbekommt. Denn Christiane Bauer, mit Leib und Seele immer dabei, war natürlich nicht faul, ihren ganzen Koffer mit Kappen und T-Shirts der eigenen Firma vollzupacken und vor Ort zu verteilen.

Was leider schlechter geworden ist: die Sicherheit in der Provinz. Ein Auto, mit dem die ganze Mannschaft der Ärzte und Krankenschwestern von Cap Anamur nach Bukavu fahren wollte, wurde schwer beschossen. Das hat vielleicht auch den Grund, dass Jean-Claude Kibala nicht mehr an diesem Ort und in der Provinz, sondern Minister für das riesengroße (2,3 Mio qkm) Land geworden ist und jetzt zur Eröffnung als Minister kam.

Deshalb haben wir uns erst mal entschlossen, die Arbeit zu unterbrechen. Die Frage des Vertrauens in die Institutionen hängt an der Person von Jean-Claude Kibala. Würde er sich 2013 aufstellen lassen für das Amt des Gouverneurs, würde er gewinnen. Und wir würden dann zurückkommen, denn es besteht weiter ein großer Bedarf an Infrastruktur von Grund und Sekundär- und Berufsausbildungsschulen. Es besteht ein riesengroßer Bedarf an Verkehrsinfrastruktur. Denn unsere Arbeit krankte und lahmte auch darunter, dass die Straße von Bukavu nach Kamituga bei gerade einsetzender Regenzeit eine Schlammpiste wurde. Der Weg wurde dann von der Zeit her von einem 7 Stunden Ritt zu einer Schlammschlacht von 3 bis 4 Tagen.

Wir sind sehr froh darüber, dass wir erstmal diese vier Schulen bauen durften. Und wir setzen darauf, dass es zu einer Wiederaufnahme des Projektes kommen kann.

 

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