Ein Geburtshaus für Kougnara
Grünhelme starten zweites Projekt im Senegal

27.01.2017_TeaserPünktlich zum Auftakt ins neue Jahr haben die Grünhelme im Senegal ein zweites Projekt gestartet: In den kommenden Monaten werden wir in der südsenegalesischen Ortschaft Kougnara ein Geburtshaus aufbauen, das neben einem Entbindungs-, einem Besprechungs- und einem Empfangsraum auch sanitäre Anlagen sowie einen Ruheraum für frisch gewordene Mütter bieten soll. Begleitet wird der Bau von einer lokal initiierten Kampagne, mit der Frauen für Vorsorgeuntersuchungen und Ruhephasen nach der Entbindung sensibilisiert werden sollen. Viele der Frauen stehen bereits am Tag nach der Entbindung wieder auf dem Reisfeld und riskieren durch die harte Arbeit nachträgliche Komplikationen.

Das Geburtshaus soll den Frauen aus Kougnara und fünf weiteren Dörfern offen stehen. Wie alle Bauprojekte der Grünhelme wird auch die neue Geburtsstation in enger Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung umgesetzt: Jedes der sechs Dörfer, das künftig von der neuen Station profitieren wird, entsendet im täglichen Wechsel ein fünfköpfiges Team, das unsere „Équipe“ bei der Arbeit unterstützt. Die örtlichen Behörden und umliegenden Gesundheitsstationen befürworten das neue Grünhelme-Projekt ebenfalls.

Unsere Pläne sehen einen robusten, eingeschossigen Bau aus einem Stahlbetonskelett und einem Dachstuhl aus einer Stahlkonstruktion mit Wellblecheindeckung vor. Für die Wände sollen Beton-Hohlblocksteine zum Einsatz kommen. Unser Team hat bereits mit dem Betonieren der ersten Punktfundamente begonnen. Das neue Gebäude entsteht auf einem ehemaligen Sojafeld, das eine Familie aus dem Dorf gespendet hat.

Während der Bauzeit werden zwei Geburtshelferinnen aus dem Dorf ausgebildet, die im Anschluss eine – vom Bezirk finanzierte – Hebamme unterstützen sollen. Die Krankenstation in Samine, die theoretisch auch die umliegenden Dörfer wie Kougnara versorgt, ist für die Frauen im Dorf nicht zu erreichen. Der schlechte Zustand der Straße lässt den Transport mit Eselkarren oder Motorrad kurz vor der Geburt nicht zu.

Da die unzureichende Versorgung mit Trinkwasser ein weiteres  Problem der Region darstellt, gehört zum Bau der Geburtsstation auch Bohrung eines Brunnens. Die Bohrarbeiten auf 40 Meter Tiefe konnten wir bereits erfolgreich abschließen. Als nächstes steht der Einbau einer Solarpumpe zur autarken Förderung des Trinkwassers an.

Kougnara ist ein Dorf mit ca. 2.500 Einwohnern in der Casamance, das etwa zehn Kilometer von der Kleinstadt Samine entfernt in der südsenegalesischen Region Sédhiou liegt. Von der Route Nationale ist Kougnara nur durch eine acht Kilometer lange, unbefestigte Straße zu erreichen. Der Zeitpunkt für unser Vorhaben ist günstig, denn während momentanen Trockenzeit, die noch bis Mai anhält, kann die Baustelle mit kleineren Trucks mit Material beliefert werden. Sobald die Regenzeit wieder einsetzt, wird die einzige Zufahrtsroute wieder unpassierbar.

Unser Team freut sich wie immer über die Unterstützung von erfahrenen Handwerker*innen und Bautechniker*innen, die vor Ort mit anpacken wollen. Der Dank gilt unseren Unterstützer*innen für die vielen großzügigen Spenden.

 

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