Ein Hospital und drei Schulen
Die Grünhelme-Arbeit in Azaz

16.09.2012Wir haben jetzt zwei Grünhelme in Azaz, dem ersten befreiten größeren Ort in Syrien. Beide sind Deutsche, der eine ist ein Deutscher mit – wie man mittlerweile verballhornt sagt – syrischem Hintergrund, Dr. Saru Murad. Bernd Blechschmidt hat für die Grünhelme schon in Ruanda am „Nelson Mandela Educational Centre“ NMEC gearbeitet.

Diese beiden haben mit mir vor Ort ein Programm entworfen, das so flexibel und so standhaft durchgeführt werden soll, wie es die immer noch sehr unsichere und wechselhafte Situation erlaubt. Wir haben mit der Rehabilitation des Kellergewölbes des Hospitals in Azaz begonnen. Alle Fenster und Fensterscheiben sind jetzt wieder eingerichtet. Das bedeutet, dass auch die beiden OP-Räume zur Arbeit gebraucht werden können. Der Chefarzt des Krankenhauses ist ein Anästhesie-Pfleger, „Dr.“ Anas Hiraki, der aber sich einen solch legendären Ruf gezimmert hat durch ununterbrochenen Anwesenheit und den Mut, den das bedeutet, dass man ihn permanent nur Dr. Anas nennt. Er bittet uns um einen Chirurgen, um eine Gynäkologin, um einen Pädiater (z.B.).

Wir haben uns vier Schulen in Azaz angesehen. Drei liegen in der Nähe des umkämpften und total zusammengeschossenen Gebäudes des militärischen Abschirmdienstes. Sie sind verwüstet, geplündert, völlig verdreckt und haben an verschiedenen Außenwänden kleinere Einschüsse. Diese drei Schulen werden wir uns zunächst als Grünhelme vornehmen. Ob wir auch die große Hauptschule für tausend Schülerinnen und Schüler beginnen können zu rehabilitieren und reparieren, ist aus zwei Gründen noch nicht klar. Einmal wird diese Schule noch von der FSA (der sog-. Freien Syrischen Armee) als Quartier benutzt, solange die Kämpfe in Aleppo anhalten.

Und – die Zerstörungen sind so massiv an dieser Schule, dass wir unseren Statiker im bei den GRÜNHELMEN Robert Höller mit der Problematik dieser Schule bekannt machen müssen.

 

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