Erneuter Angriff auf den Berg Daher
Begegnungszentrum Tent of Nations in Palästina

21.5.2014Das hält niemand aus, weder die Menschen auf dem Berg, noch die Zehntausende, die schon mal als Besucher oder Pilger diese wunderbare Begegnungstätte Tent of Nations gesehen haben. Was ist (schon wieder!) geschehen? Auf dem Gelände des Friedensprojektes „Zelt der Völker“ ist es zu einer geradezu wahnwitzigen Zerstörung gekommen. Auf dem Gelände des Friedensprojektes „Zelt der Völker“, dem Berg Daher, ist es zu einer geradezu wahnwitzigen Zerstörung von 1500 – ich hörte aus anderer Quelle von 800 – Apfel- und Aprikosenbäumen gekommen. Nach Mitteilung von Agenturen hätten israelische Bulldozer diese Bäume sowie Weinstöcke am 19. Mai zerstört. Der Leiter und Besitzer des Berges Daher Daoud Nassar hat diese Zerstörung bestätigt.

Der Anwalt der Familie prüfe das weitere Vorgehen. In zwei Tagen soll Daoud Nassar, der auf Vorträgen in den USA ist, wieder in Bethlehem und auf dem Berg sein. Die Geschichte der juristischen und handfesten Attacken auf das Besitztum der Familie Nassar geht in die letzten Jahre zurück. Daoud Nassar mußte sich durch teure Anwälte und Gerichtsverfahren immer wieder den Besitz des Berges einklagen, den sein Großvater 1919 gekauft hatte.

2008 hatten die Grünhelme auf dem Berg eine Solaranlage installiert (Fabian Jochem und Thomas Just). Der Berg bekommt im Unterschied zu den umliegenden fünf Kolonien jüdischer Siedler keinen Strom. Im Januar 2009 hatten wir die Solaranlage in Anwesenheit des Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages Ruprecht Polenz eingeweiht und eröffnet. Im Mai 2009 kam eine Delegation der Besatzungsbehörde auf den Berg mit einer sog. Demolition order, einem Zerstörungsbefehl für sechs verschiedene Objekte auf dem Berg, darunter die Solaranlage. Entweder würde Daoud Nassar diese eigenhändig zerstören oder ein Bulldozer würde in drei Tagen kommen und die sechs Objekte dem Erdboden gleichmachen. Durch den beherzten sofortigen Einspruch des MdB Ruprecht Polenz beim israelischen Botschafter und dem Auswärtigen Amt gelang es, dass dieser Zerstörungsbefehl nicht durchgeführt wurde.

Die GRÜNHELME haben Ende 2013 noch eine Verstärkung der 5 kw Anlage auf dem Berg einrichten lassen, so dass dort jetzt sowohl das Licht in der Küche brennt sowie der Internet Raum mit dem Strom aus der Batterie der Solaranlage versorgt ist. Auf dem Berg ist ein Stein in Erinnerung an diese Arbeiten aufgestellt worden zur Erinnerung an die Arbeit der Grünhelme mit dem Satz aus Matthäus 5, 14-16: „Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berge liegt, kann nicht verborgen werden. Man zündet kein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber. So soll Euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen“. Niemand hatte damit gerechnet, dass dieser Berg erneut Objekt und Opfer eines Angriffs der Besatzungsmacht werden würde. Auch wenn es sich um einen Angriff der immer aggressiver werdenden Siedler oder der sog. Hügeljugend handelt, fällt die Verantwortung auf die israelische Besatzungsbehörde zurück.

Das in Stein gehauene Motto des Begegnungszentrums steht über dem Eingangszaun: „We refuse to be ennemies“, deutsch: „Wir lehnen es ab, Feinde zu sein“.

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