Es geht in Richtung Himmel…
Kfz-Werkstatt im Senegal nimmt Form an

16.08.2016_01Es ist so weit: In den letzten Wochen hat das Grünhelme-Team in Ziguinchor den steinharten Boden bezwungen, eine regenresistente Gründung für unsere Gebäude errichtet, den Ölabscheider der künftigen Kfz-Werkstatt annähernd fertiggestellt – und nebenbei einen Brunnen gebaut.

Neben den Fundamenten, die nun fertig betoniert und gemauert sind, konnten wir auch die Bodenplatte fertigstellen, die wir mit vereinten Kräften einbringen mussten. Hierzu haben wir die Bodenplatte zunächst in sechs Betonierabschnitte unterteilt, für jeden Abschnitt jeweils 20 Kubikmeter Beton per Hand angemischt und anschließend den Beton mit Schubkarren in den Boden eingebracht. Bei dieser äußerst anstrengenden Arbeit wurde nicht nur deutlich, dass wir hier in Ziguinchor bereits ein sehr gut eingespieltes Team sind, sondern auch, dass sich mit guter Reggae-Musik und einem kleinen Tänzchen eigentlich jede noch so schwere Arbeit meistern lässt.

Um der heißen Mittagssonne zu entgehen, starteten wir mit unseren Arbeiten jeden Tag bereits um 5:30 Uhr in der Frühe – noch bevor die Sonne aufging. Gegen 15:00 Uhr sorgten dann die Familien unseres 14-köpfigen Bauteams für unser leibliches Wohl und servierten Reis, Fisch und den sogenannten Caju, einen vergorenen Cashew-Früchtesaft. Zufrieden und gut gestärkt saßen wir dann jedes Mal bis in den späten Abend hinein vor unserem Materiallager auf der Baustelle, führten lange Gespräche und tanzten.

Parallel zu unseren Arbeiten am Fundament und der Bodenplatte haben wir in mühseliger Kleinstarbeit die Grube für den Ölabscheider ausgehoben. Hierfür mussten wir rund 54 Kubikmeter Boden ausheben, der in der Trockenzeit gefühlt härter als Beton ist. Besonders wichtig war dabei, diese Arbeiten noch vor der Regenzeit abzuschließen, da uns sonst die Wassermassen einen Strich durch die Rechnung gemacht hätten. Unser Einsatz hat sich gelohnt, wir konnten unsere Arbeiten noch rechtzeitig abschließen!

Ein weiterer Meilenstein auf unserer Baustelle ist der neue Brunnen: Hierfür haben wir ein 22 Meter tiefes Loch gebohrt und eine Pumpe installiert, mit der wir nun die Wasserversorgung der Baustelle sicherstellen können. Freundlicherweise hat uns der Brunnenbauer ein Stromaggregat zur Verfügung gestellt – kostenlos und auf unbestimmte Zeit. Damit haben wir nun auch Strom für unsere Baustelle und die Brunnenpumpe. Sobald sich hier herumspricht, dass wir wieder einmal den Generator starten, kommen viele Menschen aus dem Viertel mit ihren Gefäßen vorbei, um sauberes Trinkwasser zu holen, denn die Wasserqualität des anderen Brunnens hier vor Ort ist mehr als miserabel.

Die Lebensfreude hier im Senegal ist unbeschreiblich: Trotz der schwülen Hitze auf der Baustelle und die langsam aber sicher einsetzende Regenzeit wird hier viel getanzt, gefeiert und gesungen. Selbst die Werkstattgrube, die sich zeitweise komplett mit Regenwasser gefüllt hatte, wurde von unseren Arbeitern kurzerhand in einen Swimmingpool umfunktioniert. Man merkt zudem, dass wir hier in Ziguinchor gut integriert sind. Immer häufiger werden wir abends, wenn wir einen Spaziergang durch unser Viertel unternehmen, zu einem kleinen Umtrunk oder einem Pläuschchen eingeladen. Auch mit unserem Team haben wir großes Glück: Kürzlich wurden wir vom örtlichen Kirchenchor – in dem einige unserer Arbeiter Mitglied sind – zu einem Wochenendausflug ans Meer eingeladen.

 

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