Es geht voran in der DR Kongo
Offizielle Grundsteinlegung in der Grünhelme- Schule in Kamituga

20.07.2011_1Das wollte sich der Vizegouverneur vom Süd-Kivu, Jean-Claude Kibala nun doch nicht entgehen lassen, wenn auf dem Gelände seiner eigenen Grundschule der Grundstein gelegt wird und das bisher größte Schulbauprojekt der Grünhelme startet. Um in seinem Zeitplan noch eine Lücke zu finden, wurde Donnerstag, der 14. Juli festgelegt. Frühmorgens kam Jean-Claude Kibala mit einem Kamerateam aus Bukavu per Helikopter eingeflogen.

Nach der üblichen militärischen Begrüßung ging es dann auch gleich im Konvoi zum Bauplatz der MERO-Schule. Vorneweg ein Militärfahrzeug, dann unser Auto mit Jean-Claude Kibala auf dem Beifahrersitz und Nikolaus Wirth als Chauffeur. Nach der Begrüßung durch die Schulkinder, die trotz der Ferien zahlreich auf ihrem Schulgelände erschienen waren, besichtigten wir das Gelände, besprachen den Bauplan und erfuhren alte Schulgeschichten aus der Zeit, da der kleine Jean-Claude hier zur Schule ging und noch nicht ahnen konnte, dass er jemals über Deutschland und seine Ausbildung dort wieder in den Kongo zurückgehen sollte. Dann war es soweit: Das erste Stützenfundament wurde betoniert.

Unter großem Beifall gossen der Vize-Gouverneur, der Schuldirektor, der Bürgermeister und der Elternbeiratssprecher das erste Fundament. Anschließend wurden die Verträge mit dem Schuldirektor, der katholischen Pfarrer und dem Bildungsbeauftragten von Kamituga unterzeichnet. Unser Nikolaus Wirth (Nico) kam nicht darum herum, in seinem besten Französisch eine Rede zu halten und die Geschichte und die Arbeitsmethode der Grünhelme zu erklären.

Der Vizegouverneur war auch bereit, für die Deutschen Spender, insbesondere die westfälische Gemeinde HALTERN am SEE die letzte Schaufel des Fundaments auszuheben. Große Begeisterung fand auch die Lehmsteinproduktion, ausgeführt mit einfacher Technik und geringem Materialaufwand, die uns den Verbrauch des teuren Zements drosseln lässt. Nach einer kurzen Besichtigung der Schreinerei, in der die Schulbänke hergestellt werden, ging es weiter in Richtung Kibe. Dort erwarteten uns schon die ehemaligen Arbeiter, der Dorfchef und unzählige Kinder. Unter den Augen des Vizegouverneurs, der selbst Bauingenieur ist, wurden die Gebäude gründlich inspiziert. Man war sehr zufrieden mit dem jetzt fertiggestellten Innenausbau im Vergleich zu den alten Gebäuden. Der Vizegouverneur wandte sich in einer Lehr-Ansprache noch mal an die Bevölkerung. Diese Schule darf nicht die des „Weißen Mannes“ oder des muzungo sein, sondern die der Bevölkerung, die jetzt für die Wartung der Gebäude zuständig ist.

Im Anschluß ging es dann weiter über die neue, fertiggestellte Brücke nach Kitutu. Damit ist Kibe nicht mehr der Ort „am Ende der Welt“, die Welt des Kongo geht weiter nach Kitutu. Nach eineinhalb Jahren ist es wieder möglich, über die neue Stahlbrücke an Stelle der abenteuerlichen Hängebrücke für Fußgänger nach Kitutu zu fahren. In Kitutu endete die Reise des Vizegouverneurs, der dort mit großem Getöse von seinem Hubschrauber wieder abgeholt wurde. Die Bekanntheit der Grünhelme wird nach diesem Tag weit über Kamituga reichen. Vom lokalen Radiosender in Kamituga bis zum nationalen Fernsehen in Bukavu wissen jetzt alle in der Provinz Süd-Kivu über das neue Schulprojekt der Grünhelme. Nach dem Gymnasium in Kasika und der Schule in Kibe ist die Schule in Mero das dritte Schulprojekt, das die Grünhelme in der Provinz Süd-Kivu in Angriff nehmen.

Wir freuen uns, dass es jetzt möglich ist, wieder im Süd-Kivu zu arbeiten.

Nikolaus Wirth

 

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