Es geht vorwärts in Bantako
Erstes großes Hindernis gleich zu Beginn

24.01.2018_10Starker kantiger Fels bildet den Boden, auf dem wir Grünhelme ein Gemeindehaus im Dorf Bantako im Senegal bauen. Das war gleich zu Anfang ein großes Hindernis: Mühsam stemmten wir den Boden für die Fundamente seit Projektbeginn im September 2017 aus. Unsere Maschinen standen das nach einiger Zeit unter dieser Dauerbelastung nicht mehr durch und so wurden Besuche beim Mechaniker für Reparaturen zur Routine. Doch wir hielten unseren Kurs und konnten nach und nach die ersten Fundamente betonieren. Kurz vor Ende des Jahres standen dann die meisten Fundamente und Bodenplatten, sodass parallel dazu auch schon die ersten Stützen und Wände gebaut werden konnten.

Mit dem Abschluss der Arbeiten für die Fundamente fallen nun neue Aufgaben wie z.B. das Mauern der Wände oder Betonieren der ersten Ringanker an. Zusammen mit unseren senegalesischen Arbeitern gehen wir dies an und geben ihnen so unser handwerkliches Wissen mit. Zu ihren guten Grundkenntnissen können sich unsere Arbeiter so neue handwerkliche Fähigkeiten aneignen. Die Meisten nehmen es sehr gut auf, sodass sie teilweise schon nach kurzer Einarbeitungszeit selbstständig auch aufwendigere Arbeiten erledigen können. Nachdem wir nun über 3000 Steine selbst produziert haben, hat sich unser Maurer Elhage an die Königsdisziplin gemacht. Mit einer selbst angefertigten Schalungsform produzieren wir seit neuestem kleinformatige Formsteine, die als lichtdurchlässige Elemente in der Fassade vorkommen werden.

Unser lokales Team ist mittlerweile auf 9 Mitglieder angestiegen. Nach monatelanger gemeinsamer Arbeit hat es seinen ganz eigenen Teamspirit entwickelt, was maßgeblich zu dem reibungslosen Bauablauf und der sehr guten Stimmung beiträgt. Und so hat das gesamte Team dem Lockruf der Goldminen zu Arbeitsbeginn nach Ende der Regenzeit widerstanden und ist uns geschlossen treu geblieben. Sie schätzen natürlich auch das regelmäßige Einkommen, für das sie nicht jeden Tag aufs Neue ihr Leben riskieren müssen.

Die Baustelle wächst in die Höhe
Mittlerweile schießt der Rohbau in die Höhe. Es stehen Wände und Stützen, die ihre Schatten unter der heißen strahlenden Sonne Senegals werfen. Das Gebäude nimmt Form an und ist aus weiter Entfernung schon sichtbar. Immer mehr neugierige Dorfbewohner kommen vorbei, um sich die Fortschritte der Baustelle anzuschauen und zu erkunden. Auch etliche LKWs (meist überfüllt mit bis zu 40 Minenarbeitern auf den Ladeflächen), die täglich vom Dorf zu den Minen an unserer Baustelle vorbeifahren, hupen und winken uns zu. Dass in Bantako ein soziales Zentrum entstehen soll, können viele nicht glauben. Immer wieder stehen unsere Grünhelme vor erstaunten Gesichtern, wenn sie erzählen, dass sie sich als Freiwillige ohne Entgelt für ein soziales Projekt engagieren. Im Austausch mit den Menschen ernten wir dafür sehr großen Respekt, an einem Ort an dem sich ansonsten alles um Gold, Geld und Profit dreht.

Zuletzt wurde in Zusammenarbeit mit einer senegalesischen Bohrfirma unsere ersehnte Brunnenbohrung gestartet. Nach zwei Tagen wurde in einer Tiefe von 27 Metern auf die Wasserquelle gestoßen. Zur Freude der Dorfbewohner lief für mehrere Stunden zum Testen eine manuelle Pumpe, die viele Wasserkanister befüllen konnte. Hier sagt man auch: L’eau c’est la vie!

Aus Bantako, Benedikt Benker

 

Posted in Senegal