Gefährliche Erinnerungen an ein Leben wie Feuer
Faszinierendes Buch von Michael Albus über Grünhelme-Gründer Rupert Neudeck.

ein leben wie feuerVor mehr als einem Jahr ist Rupert gestorben. Für die Grünhelme war das vergangene Jahr dadurch natürlich besonders getrübt und voller Herausforderungen. Aber dieses Buch macht Mut. Es ist eine Sammlung aus sehr persönlichen gemeinsamen Erfahrungen und Geschichten von Gefährten und Freunden aus vielen Jahren humanitärer Hilfe und es ist schön, wie viel Rupert ihnen bedeutet hat. Diese facettenreiche Zusammenstellung enthält unter anderem die bewegende Trauerrede von Navid Kermani sowie Beiträge von Konstantin Wecker und Wolfgang Thierse. Aber auch viele Projektbegleiter wie Karim Abdul Guleid, der seit 1980 immer wieder mit Rupert zusammen in somalischen Flüchtlingslagern gearbeitet hat, kommen zu Wort.

Für ihn war Rupert wie Muhammed Ali, weil er „in all seinen riskanten Unternehmungen nie besiegt wurde“. Gerade bei den Projekt-Anekdoten fehlt uns „jungen“ Grünhelmen Rupert besonders und doch muss man beim Lesen dieser Passagen immer wieder lächeln, weil man sich in die beschriebenen, für Rupert so typischen, Situationen so gut hineinversetzen kann.

Wie inspirierend Rupert für die Menschen war ohne es selbst zu ahnen, wird einem spätestens bei den Erzählungen aus Sarajevo von Ruperts Sohn Marcel klar. Er beschreibt, wie das unerschütterliche Vertrauen, das Rupert ihm entgegenbrachte, ihn zu dem „vielleicht Besten, was er jemals getan hat“ bewegt hat.

Vielleicht ist diese Eigenschaft, dieses fast naive Vertrauen, was Rupert jedem beim ersten Treffen entgegengebracht hat, das die Menschen, die mit ihm zu tun hatten, so für die Sache vereinnahmt hat. Bei uns hat es auf jeden Fall gewirkt und um es mit den Worten von Martin Mikat, unserem Vorstandsvorsitzenden, zu sagen, wir werden alles tun, um „deiner Radikalität treu zu bleiben“.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.

Die Grünhelme

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