Grünhelme arbeiten weiter im Kongo
Das erste Gebäude der Schule in Kamituga von Lehrern und Schülern benutzt

20.10.2011Das erste Gebäude des bisher ehrgeizigsten und größten Grünhelme-Projekts, der E.P. Mero-Tschanda in Kamituga in der Provinz Süd-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist fertig gestellt. Gute zehn Wochen nach der Grundsteinlegung konnte das Gebäude am vergangen Samstag von den beiden Grünhelmen vor Ort, Daniel-Simon Helbich und Simon Bethlehem, in die Hände des Direktors übergeben werden. Bereits am darauf folgenden Montag begann der Unterricht in den vier neuen Klassenräumen, in denen jeweils 55 Schüler Platz finden. Die Schülerinnen und Schüler konnten es kaum erwarten, das neue Gebäude zu betreten, das seit Juli, direkt unter ihren Augen und während des normalen Schulbetriebs, entstanden ist. Eifrig halfen sie beim Tragen der Schulbänke und jubelten, als der Direktor endlich die Erlaubnis zum Betreten gab.

Die E.P. Mero-Tschanda ist eine Primarschule mit rund tausend Schülerinnen und Schülern. Die Primarschule umfasst im Kongo die ersten sechs Klassen. Bisher platzte die Schule aus allen Nähten, so dass in zwei Schichten, morgens und nachmittags, unterrichtet werden musste. Diese Problematik kann jetzt mit dem neuen Gebäude etwas entschärft werden. Doch das erste Gebäude bildet erst den Anfang: Für das zweite Gebäude sind die Fundamente bereits gesetzt und noch weitere vier Gebäude werden folgen, so dass die neue E.P. Mero-Tschanda aus insgesamt sechs Gebäuden bestehen wird, vier Gebäude mit jeweils vier Klassenräumen, einem Zweiergebäude, sowie einem Gebäude, welches das Lehrer und Direktorenzimmer umfasst. Darüber hinaus bleiben zwei alte Schulgebäude erhalten.

Ein großer Dank gebührt dem ersten Grünhelme-Team vor Ort, Gunther Beier und Nikolaus Wirth, die das Projekt auf den Weg brachten, sowie den sechzehn kongolesischen Mitarbeitern der Grünhelme, ohne die dieses Gebäude so und in einer solchen Zeit nicht hätte realisiert werden können. Aber auch die Gemeinde Mero selbst hat sich mit Freiwilligenarbeit am Bau beteiligt. Großer Dank auch unseren Spendern in Deutschland, besonders den Schülerinnen und Schülern, den Lehrerinnen und Lehrern in Haltern am See, die Jean-Claude Kibala noch im September bei einem kurzen Deutschlandaufenthalt besuchen konnte.

Die Grünhelme haben sich entschlossen in der Provinz Süd-Kivu mehrere Schulen im ländlichen Raum zu bauen. Die erste wurde schon 2009 in der Ortschaft Kasika fertiggestellt, sie liegt auf halber Strecke von Bukavu nach Kamituga. Die zweite Schule wurde mit drei großen Gebäuden in dem Ort Kibe fertiggestellt, den wir damals noch den „Ort am Ende der Welt“ nannten, weil die Brücke hinter Kibe nicht mehr stand, über die man bis nach Kamitutu fahren konnte.

Die Hoffnung haben wir damit verbunden, dass sich im Süd-Kivu wieder so etwas wie ein Staat bilden möge. Wir haben diese Zuversicht, weil es einen Verantwortlichen in Bukavu für die Provinz gibt, der uns die Gewissheit gibt, dass es jetzt wieder den Beginn eines Staatsbewußtseins gibt mit einer ordentlichen Polizei, einem Steuersystem, Wahlen und einer staatlichen Schulausbildung. Das ist der Vize-Gouverneur Jean-Claude Kibala, der in Deutschland seine Ausbildung als Bauingenieur machte und lange Jahre seine Existenz und Familie in Troisdorf aufgebaut hatte. Natürlich würden wir dem Süd-Kivu und den Menschen im Kongo wünschen, dass sie von dem Reichtum durch ihre Bodenschätze mehr profitieren können als bisher.

Die Grünhelme suchen noch Schulen und kirchliche und kommunale Gemeinden, die sich bereit erklären, die Finanzierung einer ganzen Schule oder von Teilen einer Schule zu übernehmen. Die große Schule in Kamituga wird zu einer Hälfte von Schulen und der Gemeinde Haltern am See im Münsterland, zur anderen Hälfte von der Firma Emons in Köln-Porz finanziert.

Simon Bethlehem und Daniel-Simon Helbich

 

Posted in Kongo