Grünhelme Baustellen in Burkina Faso und im Kongo
Eine kleine Zwischenbilanz zum Sommer 2012

08.06.2012Drei bis vier Grünhelme sind ununterbrochen an der Arbeit in Kamituga und in Kitutu, um die große Grundschule aus vier Gebäuden bis zum November fertigzumachen. Die Regenzeit lässt die Arbeit manches Mal mühselig werden. Dann werden aus den regulär acht Stunden Fahrtzeit mit einem Toyota oder einem LKW locker auch mal 16 Stunden oder zwei bis drei Tage. Es ist eine Schlammschlacht zu bewältigen, an vier bis sechs Stellen sind die Schlammlöcher so riskant, dass man nur mit höchstem Tempo durch diese Löcher fahren kann, in der Hoffnung, dass nicht die Achse oder sonst ein Unterteil des Wagens zu Bruch geht.

Umso erfreulicher, dass jetzt das zweite Gebäude den Schülerinnen und Schülern übergeben wurde, das dritte Gebäude sein Dach bekommen hat und dann auch das vierte Gebäude mit der Ausschachtung, dem Schnurgerüst und den Maurerarbeiten begonnen werden kann. Der legendäre Platz am Ende der Welt, den wir während der Fußball-WM in Südafrika in Kibe festgemacht haben, ist jetzt noch mal zweieinhalb Stunde weiter herausgeschoben nach Kitutu. Dort wird eine Schule gebaut, die, wenn nicht noch unvorhergesehene Unwetter und Hurricans dazwischen kommen, im September fertig wird.

Die administrative Lage solcher Projekte hat sich verschlechtert, weil unser Schutzpatron, der Vizegouverneur des Süd-Kivu Jean-Claude Kibala nach Kinshasa in die Hauptstadt des Landes hochgelobt wurde und dort jetzt als Bundesminister für öffentliche Arbeiten und Infrastruktur amtiert. Das bringt für die Reformen in Kinshasa sicher einiges nach vorn, ob es aber ausreicht und bis zum Süd-Kivu durchschlägt, wird man abwarten müssen. Die drei Monate sind immer schnell vorbei: Florian Roth und Christine Mehrle, letztere hat trotz ständiger Stromausfälle die Schreinerei geleitet und betrieben, waren mit Martin Heckmann und Ole Küppers ein gutes Team. Zum 7. bis 10. Juli gibt es wieder einen leichten Teamwechsel. Fabian Romer, ein Zimmerer, und Daniel Uber, Elektro-Ingenieur werden das neue Team sein – weiter vor Ort ist Ole Küppers.

In Burkina Faso steht jetzt schon einiges dank der unermüdlichen Tätigkeit von Till Gröner auf dem Berg des Operndorfes, das wir immer lieber Theater oder Festivaldorf nennen: Afrika kennt ja keine Oper und die einzige, die bisher mit Afrika was zu tun hatte, „AIDA“, wurde als Auftragsproduktion von dem Italiener Giuseppe Verdi zur Eröffnung des Suezkanals komponiert.

Die Bilder sprechen eine deutliche Sprache, sie zeigen uns, was alles Till Gröner mit seiner Truppe einheimischer Maurer und Handlanger bisher geleistet hat. Die Arbeit begann bei Hitzegraden von bis 44 Grad, jetzt wächst, wie er schreibt, die Krankenstation in den flimmernden Himmel hinter dem Festivaldorf. Während jetzt einige Arbeiter mit den Grünhelmen ihre ersten Natursteinfundamente bauen, erklärt der Till beigegebene Bauleiter Herrmann (der nur deutsch so heißt, aber ein Burkinabe ist)einer anderen Gruppe die Kunst der Lehmsteinmauer. In einer kleinen Werkstatt neben dem Lager lernt der Schweißer viel über Technische Zeichnungen aus Deutschland und über wieder verwendbare Stahlschalungen für Betonfenster (s. Foto)Till: „Wenn auch tagsüber viel missverstanden wird, zum Feierabend sind dann doch alle Arbeiten erledigt. Dann lernt auch der erfahrene Grünhelm hinzu. Nämlich vor allem Ruhe, Geduld und Zuversicht“. Merke. Till Gröner hat für die Grünhelme längere Zeit in der NMEC in Ruanda und im Kongo gearbeitet und Sommer 2011 einen Arbeits-Abstecher 2011 nach Somaliland gemacht.

Am 13. Juni fliegt in der Geschichte der Grünhelme zum zweiten Mal ein Italiener, dieses Mal nicht nur ein Südtirol Italiener (Richard Erschbaumer) sondern ein venezianischer Italiener und Architekt nach Burkina Faso, um einige Wochen mit dem Till zusammenzuarbeiten, dann den Bauplatz alleine betreuen wird. Man sollte sich seinen Namen merken: Giovanni Gabai. Falls noch jemand vom Fach Lust hat, neben Giovanni Gabai in Burkina für drei Monate an einer sehr ehrgeizigen architektonischen Baustelle mitzuwirken – Welcome und: BITTE MELDEN!

 

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