Grünhelme installieren Solaranlage in Mauretanien
Eine Solaranlage macht den Schwestern von Tufunde das Leben leichter

19.10.2011_1Tufunde, 85 km (in anderen Worten 2 ½Stunden) südlich von Kaedi, am Fluss Senegal. Viele Mauretanier nennen den Ort Tufunde – Einöde, Hinterland –, abgeschnitten vom mauretanischen Leben. Erreichbar ist der 3000 Seelenort nur mit einem Wagen, der einen Vierradantrieb hat Es ist Juli und die Regenzeit soll bald einsetzen. Während dieser Zeit soll Tufunde über Land völlig unerreichbar sein. Aus den 2 ½ Stunden mit dem Auto können dann bis zu 10 Stunden mit dem Boot werden. Um die Arbeiten der GRÜNHELME mit einer Solaranlage in Tufunde vor den Regenfällen fertig stellen zu können, habe ich den Arbeitsplan (der ursprünglich vorsah, dass wir in Nouadhibou hätten anfangen sollen) geändert und bin von Nouakchott direkt hierhin gereist.

Erfreulicherweise konnte ich mit den Schwestern reisen. Auf unserem Pick-up sind die empfindlichen Batterien wie überdimensionale Eier fest verzurrt und so gut wie möglich gegen Bewegungen gesichert. Dieser Transport ist sehr heikel, schon beim Ausfall einer Batterie würde die, von den Grünhelmen und SolarWorld gestiftete, Anlage nur noch unzulänglich funktionieren.

Nach ca. 4,5 Stunden Fahrt über die Asphaltstraße nach Kaedi (ca. 420 km mit etlichen Polizeikontrollen) folgen die restlichen 85 km durch schwieriges Gelände. Die delikate Ladung verlängert die üblichen 2 ½ Stunden um weitere 2 Stunden. Bei unserer Ankunft ist es schließlich 17Uhr und das Thermometer zeigt 35°C. Schon um 19 Uhr bricht innerhalb von 20 Minuten die Nacht herein. Ohne Strom – nur mit Taschenlampen und Feuern am Horizont ist der Abend kurz. In der Nacht fällt mir auf, wie schön der Nachthimmel erstrahlt, wenn künstliche Lichtquellen so fern sind. Selbst schwache Sterne erstrahlen und ich zähle an die 10 Sternschnuppen, die über den Nachthimmel huschen. Doch morgen fängt die Arbeit an und die Müdigkeit überkommt mich in meinem Freiluftbett. Was für ein Start in meinen Geburtstag am nächsten Tag.

Tagsüber ist einiges los auf den Wegen des Dorfes, überall spielen Kinder, laufen Ziegen umher. Das Haupttransportmittel ist der Eselkarren, man hört sie schon von weitem, wenn der Steuermann den Esel mit Schlägen lenkt und treibt, Autos gibt es nur fünf in ganz Tufunde. Die nächsten vier Wochen lebe und arbeite ich hier mit den Schwestern, Samba, einem Berufschullehrer aus Nouakchott, und Guy, einem Schüler aus Nouadhibou.

In diesen Wochen bauen wir nicht nur die geplante Solaranlage auf, wir reorganisieren, reparieren und warten viele andere Solaranlagen. Wir sehen viele Anlagen, an denen meine zwei Mitstreitern Installationsfehler kennen- und beseitigen lernen. Es ist schön zu sehen, wie Samba sein bereits erworbenes Wissen zur Anwendung bringt und sich sein Interesse an der Solarenergie stetig steigert. Am Ende unserer Arbeit hier ist nicht nur das Haus der Schwestern mit Solarenergie versorgt, sondern auch die Systeme der Schule (Kindergarten, Schule), der Bibliothek, der Polizei und die Systeme der Krankenstation (Gebärhaus, Impfstoffkühlschrank, Untersuchungsraum und Büro) wieder funktionstüchtig.

Die Anlage ermöglicht es den Schwestern eine Gefriertruhe, Licht, Ventilatoren (ein Segen bei 50°C im Schatten) und eine Wasserpumpe zu betreiben. Jetzt muss der Diesel-Generator nur noch in seltenen Fällen (und nicht mehr für den Normalbetrieb) gestartet werden.
Die Zeit in Tufunde war äußerst interessant, so ganz anders als ich es sonst erlebt habe, einfach, schön und sehr ruhig. Jetzt durch erneuerbare Energie wird das Leben für die Schwestern und alle anderen, denen wir helfen konnten, etwas einfacher. Für mich habe ich entschieden, ich liebe das Leben in TUFUNDE. Das Resultat des Projektes hat nur Gewinner produziert. Die Leute vor Ort haben wieder funktionstüchtige Solarsysteme, meine Mitstreiter und ich haben viel gelernt und die Schwestern können ihren wichtigen Aufgaben mehr Zeit widmen

Caspar Wiik

 

Posted in Mauretanien