Grünhelme zeigen weiter Präsenz in Ruanda
Abschlussbericht über den Freiwilligendienst am NMEC in Ntarama

12.12.2011Am 15 Sept.2011 pünktlich um 13.35 Uhr kamen Daniel Helbig, der ein paar Tage hier blieb und dann weiter in den Kongo reiste und ich am Airport in Kigali an. Drei Grünhelme mit entsprechendem T-Shirt waren leicht zu erkennen, sodass wir kurze Zeit später schon nach Ntarama unterwegs waren. Till fuhr uns ins angemietete Haus der Grünhelme. Fast schon Luxus, denn nach nur drei Tagen Petroleumlicht wurde von Schülern der Klasse ET 10 der mitgebrachte Wechselrichter an die Batterien angeschlossen. Wir hatten Strom. Dass Strom für den technischen Fortschritt unerlässlich ist, merkt man erst, wenn er nicht verfügbar ist.

Das NMEC wurde im Juli 2011 an den Staat übergeben, die Schulaufsicht hat seitdem die WDA. Die Grünhelme haben viel Geld und Ideale in die Schule und in den Schulbetrieb gesteckt und um eine Kontinuität des Schulbetriebs zu erhalten, sollten wir Grünhelme Präsenz zeigen, den Lehrern beratend zur Seite stehen, um angefangene Projekte zu einem befriedigenden Abschluss zu bringen. Ich war, soweit es mir möglich war bei den praktischen Arbeiten, anwesend und leitete Schüler an ihre Arbeiten besser und genauer auszuführen. Ein großes Defizit bei den Schülern ist der saubere und ansprechende Abschluss der Arbeiten, so wie wir es in Europa gewohnt sind. Es stört weder Lehrer noch Schüler, wenn z.B: Lichtschalter schräg angebracht sind, das Pflaster uneben verlegt wird, Bretter ungeschliffen verarbeitet werden und Mörtelspritzer vor dem Verlassen der Baustelle nicht beseitigt werden bis sie hart geworden sind. Es ist noch jede Menge Überzeugungsarbeit zu verrichten, um den hohen Qualitätsstandard, den sich die Schule als Leitmotiv gegeben hat zu erreichen und dann zu halten. Viele Schüler, aber auch Lehrer leben nach der Devise: “ Es ist zwar schief und ungenau, aber es stört doch niemanden“.

Nachdem Till Gröner krankheitsbedingt für fünf Wochen nach Deutschland musste, musste ich mich um organisatorische und finanzielle Dinge kümmern, damit Projekte weitergeführt und zu Ende gebracht werden konnten. Als frischgebackener Grünhelm konnte ich die meisten Angelegenheiten nur in Absprache mit der Vorstandschaft lösen, was wegen der mangelhaften Internetverbindung oftmals schwierig war. Mit dem Ende der Schulzeit kam Till wieder und ich begann die geplante Stahlschalung für den Schulgebäudebau im Kongo in der Schulwerkstätte zu fertigen. Schwierig war die Materialbeschaffung, denn die Schalung sollte nicht zu teuer werden. Gutes Material ist sehr teuer und die Lieferzeit lang, billiges ist zweite oder dritte Wahl. Es war schon eine Herausforderung aus krummen Vierkantrohren einigermaßen gerade Schalungsteile zu fertigen. Schließich ist Arbeiten in Afrika für einen Europäer eine Herausforderung und dies ist auch der Reiz an der Sache und ich bin als Freiwilliger hier um sozial und entwicklungspolitisch zu helfen und für mich neue Herausforderungen und Eindrücke zu sammeln.

Ohne die fleißige Mitarbeit des Schweißers Emanuel und des Arbeiters Alfons wäre die Arbeit nicht so zügig vorangegangen, sodass die Arbeit fast zu Ende ist, wenn ich am 30.Nov. 2011 abgereist bin. Persönlich war für mich der Aufenthalt eine große Bereicherung, mit dem Projektleiter Till, der immer für gute Stimmung unter den Grünhelmen sorgt und Mario, meinem Kollegen, hatte ich trotz der Nähe und der ungewohnten Umstände des Zusammenlebens eine gute Zeit, die ich nie vergessen werde.

Obwohl ich die Sprache der Einheimischen nicht verstehe, habe ich empfunden, dass die Leute in Ruanda in jeder Situation, ob im Straßenverkehr auf dem Markt, bei Polizeikontrollen oder beim persönlichen Kontakt immer ruhig und gelassen bleiben und man nie ein unfreundliches Wort hört. Daran können wir uns ein Beispiel nehmen.

Ich wünsche dem Ruandischen Volk eine gute und friedliche Zukunft, eine positive Entwicklung zu mehr Wohlfahrt und Gerechtigkeit und dass künftig ethnische- und Klassen-Konflikte friedlich gelöst werden.

Albert Brandmeir

 

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