Grünhelme verteilen Hilfsgüter im Sindschar-Gebirge des Nord-Iraks

20.01.2015Mit einem Hilfskonvoi haben wir Grünhelme in den vergangenen Tagen erstmals Hilfsgüter in das umkämpfte Sindschar-Gebirge des Nord-Iraks gebracht. Es wurden rund 1.000 Decken und Matratzen an die notleidende Bevölkerung vor Ort verteilt. Unterstützt wurde unser Team dabei von der Schweizer Organisation Arameic Relief International, die zusätzlich 1.000 Lebensmittelpakete an die Menschen in der Krisenregion übergab. Für die nächsten Wochen sind weitere Hilfslieferungen in die Region geplant.

Die Begeisterung und die Dankbarkeit der Menschen hat uns deutlich gezeigt, wie sehr die Menschen auf internationale Hilfslieferungen angewiesen sind, um den harten Winter im Sindschar-Gebirge zu überstehen

erklärte der Vorsitzende der Grünhelme Martin Mikat. Allerdings sei diese erste Maßnahme ein Tropfen auf den heißen Stein, so Mikat weiter:

Leider konnten wir die meisten Familien nur mit einer einzigen Matratze versorgen. Wir hoffen, dass sich jetzt auch größere Organisationen an den Hilfslieferungen beteiligen werden

Die Hilfslieferung der Grünhelme wurde möglich, nachdem die kurdischen Peschmerga vor vier Wochen mit einem großangelegten Vorstoß einen Teil des Sindschar-Gebirges unter ihre Kontrolle bringen konnten. Der Kampf um die irakische Stadt Sindschar der Provinz Ninawa hält hingegen an. Mitarbeiter der Grünhelme berichten von einer dramatischen Situation: „Viele Menschen haben ihre Häuser verlassen und leben seither in einfachen Zelten oder unter Planen.“ Neben einer unzureichenden Lebensmittelversorgung verschärften vor allem niedrige Temperaturen die Lebensbedingungen der Bevölkerung zusätzlich. Teile der Gebirgsregion liegen auf einer Höhe bis zu 1.300 Meter.

Das Sindschar-Gebirge liegt etwa 120 Kilometer von der irakischen Stadt Mosul entfernt, unweit der Grenze zu Syrien und gilt als Heimstätte der Jesiden. Neben der jesidischen Minderheit leben in der Region auch Schiiten, Sunniten und Christen. Im Zuge des Vormarsches des selbsternannten Islamischen Staates (IS) im August 2014 wurden hunderttausende Menschen aus dem Sindschar-Gebirge vertrieben, die seither vor allem in Dohuk, der Hauptstadt der gleichnamigen kurdischen Provinz, Zuflucht gefunden haben. Trotz der Gefahr, die vom IS in dieser Region weiterhin ausgeht, sind viele Jesiden in die Sindschar-Berge zurückgekehrt, wo sie seit mehreren Monaten ohne internationale Unterstützung ausharren und auf Hilfe warten.

Pressemitteilung als PDF herunterladen