„GUANTANAMITO“
Und erfreulichere Geschichten aus Mauretanien

02.07.2012Es gibt einen Namen, der immer wieder genannt wird in Mauretanien, ob in der Hauptstadt Nopuakchott, in Tufunde oder in Nouadhibou. Das ist der Name: Caspar! „Comment va Caspar, qu’est-ce qu’il fait? » « Wie geht es Caspar, was macht er?“ hören wir an jeder Ecke des Landes und der Hauptstadt. Caspar Wiik war hier als Solarinstallateur für die Grünhelme unterwegs und hat in drei Wochen die Solaranlage für die Schwestern in dem kleinen Ort Tufunde installiert, die ganz weit weg von jeder Stromversorgung sich immer noch freuen, dass sie jetzt mit Strom versorgt sind bei ihrer Arbeit im Kindergarten, in der medizinischen Ambulanz und in der Schule.

Caspar Wiik hat auch im Zentrum für Lehrlinge der Hauptstadt Nouakchott die kleine Lehr-Anlage mit insgesamt 10 Panels installiert und er ist dann noch in Nouadhibou dort gewesen, und hat für die Pfarrei von Father Jerome Dukaiyo auch die Solaranalage installiert. Überall hörten Fabian Jochem und ich den Namen Caspar (Wiik), der ganz offenbar sich einen sehr guten Namen für sich und die Grünhelme gemacht hat. Auch der Bischof Martin Happe ist voll des Lobes für den Solartechniker, der jetzt wieder in Deutschland arbeitet. Auf die Frage, warum er nicht noch mal nach Mauretanien kommt, haben wir nur immer sagen können, die Grünhelme halten ihn nicht in Deutschland fest, sie würden ihn gern für ein weiteres halbes Jahr nach Mauretanien schicken. Wir würden ihm auch einen Französisch Kurs vorher bezahlen, denn das ist das Problem vieler Mauretanien-Fahrer von den Grünhelmen.

Die überlieferte Kolonialsprache in den genannten Ländern ist und bleibt auch französisch. In Nouadhibou wird das alles ein wenig gemildert durch den englisch sprechenden Father Jerome aus Nigeria und in Nouakchott durch den deutsch (oder münsterländisch) sprechenden Bischof Happe. Das Land hat wirtschaftlich einen gewaltigen Aufschwung genommen. Die Solarindustrie und die Vertretung amerikanischer, kanadischer und chinesische Produkte in den Einkaufsstraßen der Hauptstadt boomen. Aber wie sollen hier vernünftige Solaranalagen installiert werden, ohne ausgebildete Solarteure. Wir wollen deshalb nach einem Techniker-Elektriker-Solarteur suchen und um ihn werben der nach Mauretanien geht und dort die Ausbildung der jungen Solarteure mal ein halbes Jahr voranbringt, Lehrpläne macht und auch mauretanische Ausbilder ausbildet. Aber oder gerade deshalb muss der Betreffende Französisch können.

Das Land nimmt leider auch einen Aufschwung an jungen afrikanischen Migranten, die sind wahrlich nicht weniger geworden, seit Libyens Tor zum Mittelmeer und nach Lampedusa/Malta/Sizilien/Europa geschlossen ist. Jetzt gehen mehr über die west- und ostafrikanische Küste und versuchen ihr Glück in Schengen-Europa, in dem sie vorher ihren Pass wegwerfen. Verschlechtert hat sich die Menschenrechtslage durch die Anwesenheit von europäischen FRONTEX-Vertretern in Mauretanien, d.h. in Noaudhibou. Nach verlässlichen Quellen sind 3000 junge schwarzafrikanische Migranten auf der Straße identifiziert, festgenommen, zwischengelagert in dem Gefängnis, das die EU mitten in Nouadhibou kostenpflichtig für den auch den deutschen Steuerzahler eingerichtet hat, in dem sie eine real-existierende Schule zweckentfremdet hat.

Die Bevölkerung von Nouadhibou nennt dieses Gefängnis klugerweise: „Guantanamito“, „Kleines Guantanamo“. Diese 3000 jungen Leute, eine junge Frau wurden dabei von ihrem jungen Baby getrennt, wurden bei Rosso im Süden des Landes nach dem Senegal abgeschoben. Weiter wächst und gedeiht die Berufsschule von Father Jerome Dukaiyo, in der junge Migranten einen Beruf lernen können, mit dem sie es wagen können wieder zurückzugehen. Auch in Nouadhibou wurde eine Lehrwerkstatt für die Ausbildung von Solartechnikern eingerichtet und installiert. Wir hatten das gute Gefühl, was immer noch kommen wird in der Afrika und Weltgeschichte, die Grünhelme haben Partner in Mauretanien, einmal den Bischof von Nouakchott, Martin Happe, die indischen Schwestern, die Vertreter der Caritas dort, die es in einer Islamischen Republik geschafft haben, die Anerkennung des Staates und der Gesellschaft zu erringen. Die „Caritas mauritanienne“ ist eine von dem mauretanischen Nationalversammlung und Regierung anerkannte Nicht Regierungsorganisation katholischen Glaubens und Herkunft. Wir werden den Bischof Martin Happe bei seinen Vorhaben weiter versuchen, mit allem zu unterstützen, was wir tun können.

 

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