Gute Aussichten im Südkivu
Unterwegs in der Demokratischen Republik Kongo

29.12.2013_2Die Grünhelme sind gut ein Jahr nachdem die vorläufig letzte Schule im Kongo entstanden ist nochmal in die Region Südkivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo gereist, um die Lage für weitere Grünhelmprojekte auszuloten. Diese krisengeschüttelte Region scheint sich nun langsam zu stabilisieren, nachdem die kongolesische Armee mit Unterstützung der UN die M23 Rebellen aus dem Kongo vertrieben hat. Die Arbeit kann also eigentlich richtig losgehen, denn es fehlt an allen Ecken und Enden an Infrastruktur und sozialen Einrichtungen.

Dieser Bedarf wird bei einem Besuch der vier bisher errichteten Schulen vor Ort (Kasika (2009); Kibe (2010), Kamituga (2011-2012) und Kitutu (2012)) umso deutlicher. Die Schülerzahlen sind in allen Schulen gestiegen und haben sich teilweise sogar verdoppelt.

Erfreulich ist auch, dass an manchen Schulen in unserer Abwesenheit Toilettenhäuschen oder Trinkwasserbrunnen entstanden sind. In den Innenhöfen der Schulen sind teilweise Rasenflächen angelegt worden, die die Räume vor dem Schlamm der Regenzeiten und Fundamente vor sich anstauenden Wassermengen schützen. Auch die Gebäude selbst machen (bis auf ein paar Schwierigkeiten mit den Regerinnen) einen guten Eindruck. Die Freude über unseren Besuch ist sehr groß. Überall werden wir überschwänglich von Direktoren, Schülern und Lehrern empfangen. In Kitutu werden wir, trotz Mittagspause, von den Kindern des Dorfes mit „Hannes Hannes“-Rufen (Einer der Grünhelme die in Kitutu waren) begrüßt.

Obwohl die Aussichten also gut sind, mussten wir unsere Arbeiten mangels Rückendeckung der lokalen Regierung vor einem Jahr unterbrechen. Trotz der schwierigen Lage in Kivu sorgt der Staat immerhin für eine garantierte Bezahlung der Lehrer, für die Schulgebäude fehlt jedoch häufig das Geld. Umso schöner ist zu sehen, dass die Menschen teilweise selber versuchen etwas zu tun. In Bumbu entdecken wir auf dem Schulgelände einen Stapel Ziegel, die, laut Direktor, für den Bau eines Schulgebäudes vorgesehen sind. Diese kleinen Zeichen sind die größte Motivation für uns gemeinsam mit der Bevölkerung im Kongo wieder loszulegen. Wenn uns die lokale Regierung im Südkivu keine Steine in den Weg legt, werden wir diesen engagierten Menschen gerne unter die Arme greifen und bald die fünfte Schule im Kongo bauen – also (eigentlich) gute Aussichten

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