HELFT UNS HELFEN!
Natur und menschengemachte Katastrophe?

31.08.2010_1Nedim Goletic, Vertreter der Grünhelme in Pakistan, hat sich heute mit dem eigenen Projekttelefon gemeldet. Er ist auf dem Wege nach Hyderabad, wo er Monsun das Wasser so hochgepeitscht hat, dass es kein Wasser von den Indus Fluten aus dem Land aufnehmen kann. Der Indus kann im Grunde nicht abfließen. Vom Norden wälzt sich die Flut in Richtung Süden, wo aber bereits das Wasser steht, welches nicht mehr ins Meer fließen kann.

Wir sind dabei, in einem Camp in Khamisagoth Erstversorgung zu machen, immer mit unserem Partner, der Organisation Marie Adelaide Leprosy Centre von Dr. Ruth Pfau. Nedim Goletic hat die Idee mit den Männern eines Dorfes schon mal in das Dorf zu gehen, und die Familie, Frauen und Kinder noch mal in der Versorgung in den Camps und Schulen in Karachi zu belassen.

Wie wir erfahren, kann es sein, dass die Flut und die Naturkatastrophe zu teilen auch eine Menschen-gemachte gewesen ist. Es geht das nicht mehr zu verstummende Gerücht herum, das sich zu Teilen erhärtet. Dass Großgrundbesitzer (Landlords) ihre eigenen Dämme künstlich hätten sprengen lassen, um das Wasser so abzuleiten, damit ihre eigenen Großgrundparzellen nicht gefährdet werden. Die konventionellen Abflussmöglichkeiten konnten nicht wirken, da das Wasser einen anderen gewaltsamen Weg genommen hat. Die Menschen wurden vom Wasser überrascht, die normaler Weise durch den Indus selbst bei Überschwemmung nicht gefährdet sind.

Es sind deshalb auch viele Anbaugebiete der armen Landbevölkerung geflutet, die vom Wasser sonst nie berührt wurden. Ein Teil der Katastrophe scheint von Menschen gemacht zu haben. Es kann also jetzt auch wenn erst die erste große Flut vorbei sein wird in Beluchistan, wo die Menschen ja nicht eigentlich von der Flut betroffen waren, zu einer Revolte und zu Aktionen von Rache kommen.

Denn sie sind durch den gesprengten Damm in Sindh in Mitleidenschaft geraten.
Die politischen Verhältnisse in Pakistan sind noch jetzt durch die unendlichen Leiden, die Schmerzen und die Toten gemildert. Aber manche der politischen Parteien wetzen bereits jetzt wieder die Messer. Einer sagte in einer Sendung: „Die Landlords haben Millionen Menschen auf dem Gewissen. Profit gegen Menschenleben. Die Hungerkatastrophe bahnt sich jetzt schon mit ungeheuren Auswirkungen an“.

Nedim Goletic hat sich auf dem Markt und bei den Preisen für Baumaterialien schon umgesehen. Er kann sich gut vorstellen dass wir ein ganz einfaches Haus in den Dörfern mit einem Lebenswohnraum, einer Küche und einer Toilette für 1.000 Euro hinbekommen. Wir brauchen: Einen Bautechniker (Bauingenieur, Zimmermann, Architekt) und einen Arzt oder eine Ärztin, denn bei dieser Form der Katastrophe brauchten wir auch immer gleich den Arzt in der Nähe.

Und: Wir brauchen noch sehr viel mehr Geld, als wir bis heute bekommen haben. Wir sind leider nicht in der Liste der Spenden Hilfsorganisationen in der Website. Es geht darum, dass wir uns das Geld brauchen für drei Dörfer, die wir jetzt im Visier haben, das würde ganz sicher einen Bedarf von 350.000 Euro bedeuten.

Deshalb noch mal unsere Bitte an Ihre Großherzigkeit und Ihr Herz. Ein Spender Dr. Rudolf Scharff aus Friedrichroda hat uns ein Gedicht geschrieben, das wir hier im Anschluss haben.

Sintflut!
Mensch, Du bist gebildet,
Weißt Du, was bedeutet: „20 Millionen“?
Alle zählen zur gleichen Gattung wie Du.

Hast du aus den Nachrichten,
im Sessel im Trockenen sitzend, vernommen,
wie viele von ihnen in den Fluten sind umgekommen?
Auf der Flucht vor dem Wasser, bei 40 Grad Hitze,
dennoch durstend und hungernd, im Fieberwahn,
Kinder verlieren schon jetzt ihre Lebensbahn.

Mensch, versuch zu verstehen,
dass das schlimme Geschehen,
das jetzt trifft die Menschen in Pakistan,
durch unsere Spenden
kann Schicksale wenden,
hilft Hungern beenden,
hilft auch unserem Gewissen,
die wir noch genießen
die Ruhe und den Frieden,
den Wohlstand und die Blüten des sicheren Lebens.
Helft mit Spenden,
manches Schicksal zu wenden,
Helft Leben zu retten!
Auch mit wenig Geld retten wir für Menschen eine Welt.

Er schließt dem Gedicht den Satz an: Ich spende auf das Konto 2000008 bei der Deutschen Bank München, Stichwort Pakistan BLZ 70070024

 

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