Hope for Africa
Ein Benefizkonzert in Haltern am See für die „Haltern Schule“ im Süd-Kivu/Kongo

0221ha-neudeck1_escHaltern am See ist – um es biblisch zu sagen – keinesfalls die geringste unter Deutschlands Mittelstädten. Mit einer Einwohnerzahl von 34.000 leistet es sich jetzt den mutigen Akt der Finanzierung einer Schule für Schülerinnen und Schüler in der Demokratischen Republik Kongo. Die Schule soll entstehen – auch in der Nähe eines Sees, des Kivu-Sees, der der Provinz seinen Namen gibt. Der Kivu See gibt zwei Provinzen der Demokratischen Republik Kongo seinen Namen: Nord-Kivu mit der Hauptstadt Goma, Süd-Kivu mit der Hauptstadt Bukavu.

Ich darf verraten, dass in zehn Jahren wir alle das Urlaubsziel Kivu See haben werden, denn ich kann mir keine größere Naturschönheit vorstellen. Wenn ich mal alt sein werde, werde ich mir wünschen, am Kivu See eine große Zeit zu verbringen. Der Ort, in dem die Schule entstehen wird, heißt Kamituga. Es ist dort schon eine Schule, es sind dort schon Lehrer, aber das ist eine baufällige, morsche Sache, mit mehreren Klassen, wo man die Sorge haben muss, dass die nicht mehr feste Holzarchitektur zusammenbrechen kann.

Wir werden diese Schule neu und größer bauen, denn anders als bei uns in Deutschland nimmt die Zahl derer, die bis 20 Jahre sind, so rasant zu wie bei uns die Zahl derer, die 65 und mehr sind. Kamituga ist auch der Ort, aus dem der Vize-Gouverneur des Süd-Kivu stammt, Jean Claude Kibala, der sicher mal nach Haltern kommen wird, taktischer Weise aber erst, wenn die Summe für die Schule in Haltern zusammengekommen ist. Kibala war unser Nachbar in Troisdorf, er entschloss sich 2006 wieder in seine Heimat zurückzugehen, um das im Innersten kaputte Land wieder aufzurichten.

Deshalb war es ein wunderbares Zeichen, dass sich zu einem Benefiz-Konzert für die Schule im Süd-Kivu der junge Nachwuchskünstler Florian Albers, ein mittel-alter Bürgermeister Bodo Klimpel und drei alte Rentiers zusammengetan hatten, um die Bürger von Haltern zu „unterhalten“. Immer in der Absicht, dass die Menschen die Summe, die man für eine Schule braucht, irgendwann zusammenbringt. Dazu, dass diese Summe (50.000 Euro) für diese Schule dann etwas leichtfüßiger erreicht werden kann, trugen der Rotary und der Lionsclub von Haltern bei, die je 5.000 Euro beisteuerten. Und um dem Ganzen noch eine europaweite Ausdehnung zu geben, wurde von Jacek Stam eine Hymne für die Aktion und die Schulen der Grünhelme im Süd-Kivu komponiert unter dem Titel „Hope for Africa“. Diese Hymne wurde wiederum komponiert, gespielt und mit großem Beifall aufgenommen von dem Musiklehrer Jacek Stam. Stam ist ein Pole aus Danzig von Herkunft und stammt ausgerechnet aus der gleichen Stadt wie – Rupert Neudeck.

Für das Benefizkonzert „Eine Schule für Afrika“ der Grünhelme e.V. hatte die Stadt Haltern ihr altes Rathaus am Sonntag 20. Februar geöffnet. Der junge Nachwuchskünstler vollbrachte ein Marathon an tollen Chansons, Liedern, Schlagern, die er sowohl selbst mit einer Hoffnungsträger-Stimme sang wie sich selbst am Klavier begleitete. Mit am Programm beteiligt war auch seine Gesangslehrerin Janina Schulz.

Das Ganze hat der Aktion, die von den drei Pensionären ausgeheckt wurde (darunter Franz Martin Neudeck, der das Programm moderierte), einen großen Schub gegeben. Es wurde zu Beginn der afrikanische Segenswunsch zitiert, den die Grünhelme auf Wunsch einiger Halterner gern zur Feier erreichter Ziele oder Geburtstage herausgeben:

Der Herr segne Dich!
Er erfülle Deine Füße mit Tanz und Deine Arme mit Kraft.
Er erfülle Dein Herz mit Zärtlichkeit und Deine Augen mit Lachen.
Er erfülle Deine Ohren mit Musik und Deine Nase mit Wohlgerüchen.
Er erfülle Deinen Mund mit Jubel und Deine Seele mit Freude.

Und programmatisch durfte man die Zeilen von John Lennon verstehen, die der junge Florian Albers intonierte gegen Schluss, der nach seinem Abitur gewiss mal in Kamituga ein Konzert geben muss: „Imagine“ von John Lennon:

„Stell Dir vor, all die Leute
Leben ihr Leben in Frieden.
Sie teilen sich die Welt, einfach so!
Du wirst vielleicht sagen, ich sei ein Träumer.
Aber ich bin nicht der einzige.
Und ich hoffe, eines Tages wirst auch Du
Einer von uns sein.
Und die ganze Welt wird eins sein.“

 

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