Hungercamp: 15. Mai in der Nähe von Burao in Somaliland
Ärzte und Krankenpfleger für das Camp gesucht

12.09.2011Der 15. Mai ist ein neuer Tag der Unabhängigkeit in Afrika, allerdings einer, den weder die Afrikanische UNION noch die UNO anerkennt. Somaliland besteht zwar, wie die Verantwortlichen nicht müde werden zu sagen, in den alten kolonialen Grenzen des britischen Protektorats Republik Somaliland. Es soll sogar eine eigene Existenz von sieben Tagen gehabt haben, und in diesen Tagen soll es sogar einige staatliche Anerkennungen gegeben haben, u.a. die von Israel. Aber das Land hat sich dann im Zuge des rauschhaften Pan-Somalismus gleich mit der ebenfalls unabhängig gewordenen Italienischen Kolonie Somalia verbunden.

„15 Mai“ heißt das Elendscamp, in dem Menschen aus dem Süden ankommen, die unser Mitarbeiter Nedim Goletic dort betreut. Er macht wieder mal (wie schon in Pakistan, wie früher im Kosovo) die Erfahrung, dass die Mehrzahl der ausländischen Helfer sich lieber in der Hauptstadt oder den Städten aufhalten. Er mußte auch energisch darauf bestehen, mit den Hilfsgütern in das Lager zu fahren, denn man wollte ihn da gar nicht hinlassen. Dort aber fühlten sich die Menschen verlassen und klatschten mit letzter Kraft als er ankam.

Wir suchen jetzt noch einen Arzt/Ärztin und/oder einen Krankenpfleger/Krankenschwester, denn die Menschen kommen da aus dem Lager nicht heraus (haben auch kein Geld für einen Transport), um das Hospital Burao zu erreichen. Deshalb wäre ein kleiner Gesundheitsposten in dem Camp 15 Mai schon sehr gut.

Das Land ist sonst ganz gut organisiert, außer dass es in der Luft hängt mit allem, mit der Verkehrskommunikation, mit den Verbindungen zur Diplomatie, zum UNO Netzwerk. Alles gilt hier nicht. Wir werden unsere Arbeit in dem Platz in der Togheer Region verstärken und vielleicht auch diesen Gesundheitsposten einrichten. Sicher müssen wir auch etwas tun, damit die unendlich vielen Kinder an einem halben Tag einen Unterricht bekommen.

Auf dem einen Bild ist Layla Abukar Abdi, die 25 Jahre ist, sie hat sechs Kinder und kam vor einem Monat aus Mogadischu heraus, wo ihr Mann geblieben ist.

 

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