Mit dem Senegal ins „Afrikanische Jahrhundert“
Kampf gegen Armut, Korruption und Fanatismus in Afrika

Mehr denn je ist der Senegal zurzeit ein besonders beispielhaftes Land für effiziente Politik und Demokratie, sowie für den Kampf gegen Armut, Korruption und Fanatismus in Afrika. Mit der Wahl zum Senegalesischen Staatsoberhaupt hat insbesondere der neue Präsident Macky Sall zu diesem positiven Wandel des Landes beigetragen. Als erster Afrikanischer Präsident ist Macky Sall im Januar für seine Verdienste um Toleranz und völkerverständigenden Dialog von unserem Grünhelm und Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, mit dem Dresdener St. Georgsorden des Semperopernballs ausgezeichnet worden – kaum zwei Wochen später waren wir Grünhelme nun bereits in Dakar um die Möglichkeiten unserer Unterstützung vor Ort zu erkunden.

In seiner Laudatio an den Senegalesischen Präsidenten ist Macky Sall für unseren Grünhelm Aiman Mazyek „ein Glücksfall“ – nicht nur für dessen Land, sondern auch für das von Optimisten schon prophezeite „Jahrhundert Afrikas“. „Mit ihm begann für den Senegal eine neue Ära.“ zitiert Mazyek den „Le Figaro“ von 2012 und er ist sich sicher, dass es insbesondere an Staatsoberhäuptern wie Macky Sall läge, dass Afrika friedlicher und demokratischer geworden sei.

Mit der Forderung nach juristischer Aufarbeitung von Korruptionsvorwürfen gegen vorangegangene Regierungen hat sich der frühere Premierminister schon immer bei den Menschen Senegals beliebt gemacht. In der Bevölkerung genießt er aber vor allem auch deshalb besonders großes Ansehen weil er als erster Präsident nicht wie alle seine Vorgänger mit einer weißen Französin, sondern mit einer Senegalesischen Frau verheiratet ist. Er schätzt die Einzigartigkeit seines Landes und ist überzeugt davon, dass auch das friedliche Zusammenleben seiner Landsleute auf das Erbe der Senegalesischen Kultur gründet. Ganz genau gegenteilig zu Deutschland gibt es dort 95 Prozent Muslime und weniger als 5 Prozent Christen, doch der große, gegenseitige Respekt hat den Senegal zum Glück immer vor Konflikten bewahrt.

„Die Hauptursache für den Extremismus sieht Macky Sall nicht im Missbrauch der Religion, sondern vor allem in der extremen Armut. Für Terror und Kriege sei nicht zuletzt die Ungerechtigkeit in der Welt verantwortlich.“ sagt Aiman Mazyek weiter über den Senegalesischen Präsidenten: “Über die Hälfte der knapp 12 Millionen Senegalesen sind unter 20. Deshalb will der Senegal mit Macky Sall durch Bildung und wirtschaftliche Entwicklung neue Chancen schaffen. Arbeitsplätze für die junge Generation sollen die Zukunft im eigenen Land möglich machen – ohne Flucht aus Verzweiflung.“

Das kann nur in unserem Europäischen Interesse sein und gerne möchten wir Grünhelme den Wandel Senegals durch unsere Arbeit für die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen unterstützen. Nach dem wir schon längere Zeit versuchen durch den Bau einer KFZ-Ausbildungswerkstatt Ausbildungsplätze in Westafrika anzubieten, scheint sich bei unserem Besuch im Senegal nun ein Partner gefunden zu haben, der sich der Herausforderung einer solchen Einrichtung stellen möchte und die große damit verbundene Verantwortung übernehmen kann. Nach einer für die kommenden Wochen geplanten „Machbarkeitsstudie“ könnte es schon an Ostern grünes Licht für dieses neue Projekt der Grünhelme geben. Im Landesinneren sind wir Grünhelme außerdem zum Bau einer Vor-und Grundschule eingeladen worden – ein Vorschlag den wir nun gerne überdenken werden.

In Mauretaniens Hauptstadt Nouakchott, jenseits der selbst für afrikanische Verhältnisse sehr korrupten Grenze am Senegal-Fluss haben wir bei unserem Besuch Nord-Westafrika auch die Renovierung der KFZ-mechanischen Abteilung einer von der Caritas unterstützen Berufsschule beschlossen. Im Armutsviertel „Dar-Naim“ bemüht sich diese Einrichtung vor allem um die Ausbildung der ärmsten und bedürftigsten Jugendlichen In Mauretanien. Viele der hier lernenden Azubis haben vorher nie eine Schule besucht, so dass sie vor ihrer eigentlichen Berufsausbildung in Alphabetisierungskursen vorgeschult werden müssen. Schon möglichst bald wollen wir für dieses Vorhaben ein Team aus Grünhelmen nach Noaukchott schicken. Dann wird auch die Installation einer von der Firma Nussbaum gespendeten Hebebühne Teil unserer dortigen Bauarbeiten werden.

Nördlichste Station unserer Reise nach Mauretanien und in den Senegal war Nouadhibou. Hier haben wir sowohl die Kinderkrippe als auch die Abendschule besichtigt, die wir dort im letzten Jahr fertigstellen konnten. Mittlerweile ist der Betrieb in beiden Gebäuden erfolgreich angelaufen. In der Abendschule bieten ehrenamtliche Lehrer kostenlose Weiterbildungen für Mauretanier und Flüchtlinge aller Afrikanischen Länder an. In der Krippe ist der Andrang so groß, dass es schon nach wenigen Wochen kaum noch freie Plätze gibt um auch anderen Eltern die Betreuung Ihrer Kinder anzubieten.

 

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