Mit Volldampf in den „Winter“
Der Häuserbau für die Flutopfer in Pakistan geht weiter

OLYMPUS DIGITAL CAMERADas Wort Winter im Zusammenhang mit Pakistan zu benutzen, wo dort Temperaturen von 10 Grad maximal Plus zu gewärtigen sind bei uns es die letzten Tage regelmäßig bis an 10 Grad Minus geht, ist schon komisch. Aber man muss sich nur einmal in Menschen hineinversetzen, die keinerlei Haus und Dach über den Kopf haben, geschweige denn Zentralheizung oder Öfchen.

Die Arbeit von Martin Mikat – unserem Grünhelm vor Ort – geht weiter. Bis auf manche Lieferengpässe bei Ziegeln und auch Stahlträgern geht alles seinen Weg. Die 25 Häuser in unserem ersten Dorf werden wohl bis Weihnachten fertig sein. Dann werden die Grünhelme einen zweiten Baumeister schicken, Andre Körner aus Leipzig.

Martin hat auch ein neues und größeres Dorf in der unmittelbaren Nähe erkundschaftet. Es heißt Shoukal Jarwar. Es habe eine Grundschule (bisher nur für Jungen), einen Traktor, Strom sowie eine elektrische Wasserpumpe und ist von unserem Grünhelme-Depot in Shadadkot gut zu erreichen. In dem Dorf leben (oder lebten) 50 Familien, von denen 45 ein neues Haus brauchen, weil die Flut den Bewohnern das alte wegzerstört hat.

Martin Mikat schreibt: „Die Zerstörung dort ist immens. Das heißt, die betroffenen Häuser sind komplett zerstört“. Es kann dort ein Maurer, der selbst in dem Dorf lebt, angestellt werden für den Wiederaufbau.

Ganz in der unmittelbaren Nähe gäbe es noch zwei weitere Dörfer, das erst heißt Ghinabi Leghari und braucht 17 Häuser. Das zweite heißt Zulfigar Leghari mit 16 Häusern. Alle drei Dörfer werden wir mit den Spenden, die wir dankenswerterweise von unseren großzügigen Spendern erhalten haben nicht machen, aber es dürfte jetzt so sein, dass wir mit 95 Häusern niederkommen können.

Die größte Sorge sei für alle der Winter. Es will natürlich niemand hier frieren. Aber Martin musste allen in den betroffenen Dörfern sagen: Die Häuser werden nicht vor dem Frühling, also Februar und März fertig werden. Manchmal leben die in die Dörfer zurückgekehrten Menschen nur im Freien. Sie haben nicht mal Zelte und schlafen unter freiem Himmel. Martin Mikat ist zu unserer Partnerorganisation gegangen in den letzten Tagen, der Lepra-Hilfsorganisation von Dr. Ruth Pfau, der deutschen Ärztin, die nun schon 50 Jahre in Pakistan lebt und arbeitet. Er hat bei der Vertretung der Partnerorganisation um ein paar Zelte für die Menschen in dem Dorf gebeten. Man will sich kümmern.

Gegenwärtig ist Dr. Ruth Pfau in Larkana einem deutschen Fernsehteam (ZDF) und es könnte sein, dass die auch in unser Grünhelme-Dorf kommen, denn wir sind die erste Organisation, die in den Dörfern mit dem Bau der Häuser begonnen hat.

Martin Mikat bekommt nur weniges aus Deutschland mit in Shadadkot, wo er mit den Pakistanis lebt. Aber so viel hat er doch mitbekommen und auch seinen Schalk und Humor noch nicht verloren, dass er uns deutsche Grünhelme bittet: „Macht’s gut im verschneiten Deutschland. Und immer schön die Weihnachtsmärkte meiden, wegen der Terrorgefahr“.

 

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