Somaliland: Verteilung in Yiroowe
Wir verteilen 14.325 Kg Mehl, 14.325 kg Reis, 1.710 kg Tee, 5.700 kg Zucker und 3.456 l Speiseöl

30.09.2011In dem Ort Yiroowe – das sind etwa 25 km von Burao entfernt – haben sich 1.147 Familien eingefunden, die alle in der Not der Dürre, des Hungers und der Banditen sich aufgemacht haben und hier praktisch in der Wüste sich niedergelassen haben.

Wenn man die Zahl mal fünf nimmt, kommt man etwa auf die Zahl derer, die versorgt werden müssen: 5.835 Menschen. Dorthin haben die Grünhelme mit den Mitteln, die ihnen die Spender in Deutschland so bereitwillig gegeben haben, erneut eine große Menge an Nahrungsmittel verteilen können. Wir verteilten dort:

  • 14.325 Kg Mehl,
  • 14.325 kg Reis,
  • 1.710 kg Tee,
  • 5.700 kg Zucker und
  • 3.456 l Speiseöl.

Für den deutschen Spender ist es immer wieder interessant und frappierend, von der Zuckermenge zu lesen. Das hat mit einer Ernährungsgewohnheit der Nomaden und Halbnomaden zu tun, die die Somalias bis vor kurzem noch waren. Man trinkt einen kräftigen gewürzten Tee mit so viel Zucker, dass wir manchmal sagen würden, in dem Teeglas ist ebenso viel Zucker wie Teewasser.

Eines der Bilder zeigt die Frau Aasha Haybe Cige, die ich nach der Verteilung besuchte. Auf die Frage, wie alt sie sei, sagte sie: „Das habe ich vergessen, aber ich möchte Euch danken. Und Gott soll Euch Deutsche schützen!“

Diese Frau lebt mit sechs Enkelkindern in einer Bruchbude. Das älteste ist 18, das jüngste Kind acht Jahre. Die Eltern sind beide gestorben. Ich weiß nicht, was die Frau Aasha noch alles gesagt hat, weil mir nicht alles übersetzt wurde, weil es so viel war. Ich habe nur erlebt, dass während der 30 minütigen Rückfahrt nach Burao alle ganz still waren. Unser Fahrer Ali, der sonst eigentlich nur redet, sagte die ganze Zeit nichts. Und auch der Dolmetscher Ahmad, der sonst immer neugierig ist, was wir alles tun werden, sagte während der ganzen Fahrt kein einziges Wort. Die Geschichte dieser Frau hat uns alle nachdenklich gemacht.

Nedim Goletic

 

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