I. Grundsatz:

Wir gehen zu den Plätzen, an denen die Menschen noch auf eine hingereichte helfende Hand warten. Wenn ein Krieg zu Ende ist oder ein Erdbeben das Land verwüstet hat, lautet die Devise für die Grünhelme: Niemals in die Hauptstadt, immer an die Ränder der Region, wo die Menschen von den großen Strömen der Hilfsgüter und Helfer oft vergessen werden.

II. Grundsatz:

Die Grünhelme fahren nicht an den Plätzen ihrer Arbeit vorbei und werfen die Materialien ab. Grünhelme leben dort, wo sie mit der Dorfbevölkerung die Häuser, die Klinik oder die Schule aufbauen. Wir müssen bei dieser Arbeit erst einmal unsere europäischen Ansprüche wegschmeißen.

III. Grundsatz:

Grünhelme bauen mit den Betroffenen die Häuser, Schulen, Kliniken in den Dörfern auf. Wir zahlen keine Gehälter. Wenn der Staat nicht in der Lage ist, die Gehälter für die Lehrer zu zahlen, sollte man besser keine Schule bauen. Die Spezialisten in den Dörfern, die wir manchmal für diese Arbeit auch außerhalb der Dörfer anheuern müssen, bekommen ein humanitäres Anreiz-Honorar (incentive).

IV. Grundsatz:

Die Grünhelme stellen die Häuser (Schulen, Ambulanzen etc.) gemeinsam mit den Betroffenen und der Bevölkerung fertig – nicht als Provisorium, sondern mit einem richtigen Dach und mit einem dauerhaften Fundament. Die Grünhelme wollen provisorische Lösungen vermeiden. Wir wollen vermeiden, dass Menschen über Jahre hinweg in immer perfekter organisierten Lagern untergebracht werden. Traumatisierte Menschen haben kein Lagerleben verdient, sondern das eigene aktive Handanlegen an ihre eigenen Häuser.

V. Grundsatz:

Die Grünhelme wollen keine Regierungsgelder annehmen. Nur dann, wenn das Auswärtige Amt (AA) oder das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die peniblen Kontrollen seitens des deutschen Finanzamts als ausreichend anerkennen, würden wir in Ausnahmefällen auch einen Zuschuss des eigenen Staates akzeptieren.

VI. Grundsatz:

Die Grünhelme wollen in den Ländern, in die sie gehen, willkommen sein – schließlich sind wir Sendboten der deutschen Bevölkerung. Wir kommen nicht mit Weihrauch und Myrrhe, aber mit großen Geschenken unserer Bevölkerung. Die Grünhelme wollen sich nicht durchsetzen.

VII. Grundsatz:

Die Grünhelme wollen diejenigen handwerklichen Fachleute gewinnen, die einen handfesten Beitrag zum Hausaufbau, in der Klinik-Arbeit und in der Berufsausbildung leisten können. Dabei wollen wir in unseren Projektländern gern mit jungen Muslimen, jungen Christen und allen Menschen guten Willens zusammenarbeiten. Jung bedeutet bei den Grünhelmen: Wir suchen junge-alte und junge-junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

VIII. Grundsatz:

Zur Durchführung der Projekte entsenden die Grünhelme hauptsächlich ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verzichten sowohl auf angemietete Räume, Büros und Bürogebäude als auch auf eigene Wagenparks. Mehr als 96 % aller Spendeneinnahmen fließen direkt in unsere Projektarbeit vor Ort – und damit zu denen, die diese Hilfe dringend brauchen!

Grünhelme, Februar 2017