Unterstützung der Migranten in Mauretanien
Alte und neue Projekte in Nouakchott und Nouadhibou

Bei unserer Recherche sind uns weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit und der Unterstützung für die Arbeiten des Ausbildungszentrums der Caritas aufgefallen: Wir haben unsere Arbeit in Mauretanien auf einen neuen Stand gebracht. Wir werden die Caritas in Mauretanien und damit die Bevölkerung bei der Förderung der Ausbildung von Solartechnikern unterstützen und die Schule in Nouadhibou erweitern.

Das Ausbildungszentrum der Caritas wird in den Monaten Juni bis September (4 Monate) nicht zum Unterricht genutzt. Um diese Sommerpause am Zentrum konstruktiv zu nutzen, könnten in dieser Zeit Kurse und Seminare angeboten werden, die von den sowieso zur Verfügung stehenden Lehrern gehalten werden könnten. Auf unserer Recherche im Bereich Solarenergie sind wir immer wieder auf die fehlende Ausbildung zum Solartechniker gestoßen. Es böte sich also an, innerhalb dieser Zeit einen Solar-Sommer-Kurs anzubieten, der bestehenden Elektrikern die Chance gibt sich weiter zu qualifizieren. Die Dauer dieses Kurses muss vor Ort erörtert werden. Von technischem Blickwinkel wird eine Ausbildung von 3 Wochen bis 5 Wochen ausreichen, um einem ausgebildeten Elektriker die Grundlagen der Solarenergie und die praktischen Installationsmöglichkeiten näher zu bringen.

Für die Etablierung eines Sommer-Kurses würden zunächst folgende Kernelemente benötigt

  • Lehrer: Der Ausbilder um Elektrotechnikbereich, Samba, hat sich letztes Jahr schon wissbegierig bei der Installation der Solaranlagen gezeigt und könnte die Kurse langfristig leiten. Beim ersten Durchlauf des Kurses könnte ein in Deutschland (oder einem französisch geprägten Land wie Luxemburg, Belgien oder der Schweiz angeworbener) ausgebildeter Solartechniker den Kurs begleiten. Dieser sollte im erweiterten Kreise der GH gefunden werden.
  • Demonstrationsmaterial: Für die praktische Ausbildung, die sicherlich im Vordergrund stehen wird, kann die bestehende Anlage dienen. Es handelt sich hier bereits um eine komplexere Solaranlage (da Wechselstrom und auch das öffentliche Netz eingebunden ist). Hier könnten die verschiedenen Varianten gut erprobt werden. Ein Kleineres Solarsystem zum Nachbauen könnte auch vor Ort erworben werden. (Komponenten gibt es hierzu z.B. bei CDS oder MKM)
  • Ausbildungsunterlagen: Ein ausführliches Kompendium der GIZ, das für die Ausbildung von Solartechnikern in Senegal auf Französischer Sprache erarbeitet wurde, wurde bereits an Samba übergeben und könnte eine Grundlage für den Unterricht darstellen. Ein gutes und dynamisches Management ist wichtig für den Erfolg der Ausbildung. Gutes Marketing und eine gute Betreuung der Interessenten von Beginn an werden die entscheidenden Kriterien sein, ob der Kurs Anklang findet.
  • Internet Café: Das Ausbildungszentrum verfügt über mehrere Computer mit Internetanschluss, die in der Ferienzeit nicht genutzt werden – aber auch während der Schulzeit größtenteils nicht Anwendung finden, da der IT Kurs nur noch als zusätzliche Option angeboten wird. Hier könnten ggf. Einnahmen durch die Öffnung der Computer für die Allgemeinheit möglich sein. Vielleicht könnten darüber hinaus auch Kurse für Tastaturschreiben u.ä. angeboten werden.

Erweiterung der Ausbildungsstätte in Nouadhibou

Wir sind dieses Mal nicht zu Father Jerome nach Nouadhibou gekommen, wir haben uns verabredet für den Anfang September zu einem Besuch, um den Bedarf an zusätzlichen Räumlichkeiten, Lehrmaterial, einem eigenen Solarkurs und einer Ausbildung in Elektrotechnik anzustoßen.

Nouadhibou wird Europas Schicksalsort und Hafen werden. Und es wird gut sein, wenn die Grünhelme sich in dieser Stadt als der Ihrer zusätzlichen Arbeit einnisten. Grünhelme Rainer Haaks hat einen Besuch in Nouadhibou mit Father Jerome zusammen gemacht und war nach Rückkehr am 22.06. sehr angetan von dem, was im Compound der Pfarrei alles bisher geschehen ist.

Wir haben mit dem Bischof und dem Caritas Direktor Benoit Boulange auch darüber gesprochen, ob es für alle Seiten günstiger wäre, uns als GH dort in Mauretanien selbst zu registrieren. Das scheint allen beteiligten ungünstig und überflüssig. Es ist dem Bischof und der Caritas gelungen, eine eigene Registrierung in der Islamischen Republik für die Sozialorganisation einer anderen Religion ausdrücklich zu erreichen per Gesetz: Caritas Mauretanien.

 

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