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Ruanda ist nicht nur ein gesellschaftliches Wunder…

16.06.2011_1Ruanda ist nicht nur ein gesellschaftliches Wunder, auch wirtschaftlich läuft im früher so kaputten Singapur Afrikas alles wie geschmiert. Gern glaubt man der Prognose, dass sich der Energieverbrauch des Landes allein in den nächsten zwei Jahren mehr als verdoppeln wird (RURA Tariff Study, December 2010). Um diesen Bedarf zu decken reicht aber Produktionssteigerung allein nicht aus – das allermeiste des Stroms muss nämlich aufs Land, wo die ganz große Mehrheit der Bevölkerung wohnt.

Solarstrom wäre dafür in Ruanda eine mehr als naheliegende Lösung. Er würde nicht nur jeden Ruander erreichen können, sondern auch Dienstleistenden im Bereich der erneuerbaren Energien eine große Zukunft garantieren, die sich das rohstoffarme Land und auch unser Ausbildungszentrum ganz groß auf die Fahnen geschrieben haben.

In der Realität vertraut Ruanda aber leider noch kaum auf Sonnenenergie. Staatliche Solarkraftwerke gibt es nicht und für kleinere Investoren waren die bürokratischen Hindernisse auf dem Weg zum Solarstromexport bisher unüberwindlich.

Doch dafür gibt es ja zum Glück die Grünhelme: Seit dem letzten Freitag gibt es für die Solaranlage im Nelson Mandela Educational Center zum ersten Mal in Ruanda ein Einspeisevergütungs-abkommen für „private“ Stromeinspeisung (Niedrigspannung) ins nationale Versorgungsnetz. Zwei Jahre lang haben die Grünhelme und deren Berater Jean Claude Wolter für die Vergütung ihres Stromexports kämpfen müssen. Jetzt ist es geschafft und endlich gibt es ein unterschriebenes Einverständnis mit dem staatlichen Energielieferanten EWSA.

Diese Vergütung ist zwar noch so gering, dass sich die Kosten für die Solaranlage frühestens nach 200 Jahren, wahrscheinlich aber nie amortisieren werden – dennoch: der kleine Schritt für die Grünhelme ist für Ruanda ein ganz, ganz großer. Zukünftig ist es für alle sehr viel attraktiver in Solarstrom zu investieren, da es endlich eine Vertragsvorlage und den Präzedenzfall der Vergütung für Solarstrom gibt. Geld verdienen kann man hier mit Solarstrom also noch nicht – eine Vorstufe, nämlich Aufwandsentschädigung, ist aber endlich gesichert.

Damit Ruanda nun wirklich Solarstromnation wird, fehlen jetzt noch Subventionen und etwas mehr Entgeld für privat produzierten Solarstrom als das fast lächerliche und eher symbolische Drittel des offiziellen Strompreises.

Das muss Ruanda allerdings alleine regeln, das können nicht mal die Grünhelme.

 

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