Yussef und Hebron: Ein palästinensisches Kinderschicksal
Der Wettkampf um einen 8-jährigen Palästinenserjungen

Wir erfuhren wie viele Mitbürgerinnen und Mitbürger vom Schicksal des 8-jährigen jungen Palästinenser aus Hebron betroffen sind, das ihnen im Weltspiegel der ARD in einem Filmbericht nahegebracht wurde. Der Junge hat seit seiner Geburt einen Arm, den anderen nur als kurzen Stumpf. Seine Mutter ist taubstumm. Der Vater taucht nur auf, wenn sich irgendetwas in der Familie erwerben lässt.

Der Korrespondent Markus Rosch hatte den Reportage-Besuch in einer Stadt gemacht, die zu den merkwürdigsten der Welt gehört. In der palästinensischen Stadt Hebron leben neben der arabischen Großbevölkerung noch 400 jüdische Siedler, die durch ein massives Armee und Polizeiaufgebot von israelisch-jüdischer Seite nicht nur bewacht, sondern auch isoliert gehalten werden, was bedeutet, dass durch diese Siedlungsvillen ganze Häuser Blöcke von dem quirligen Leben einer arabischen Großstadt abgetrennt sind.

Der Fernseh-Bericht zeigt den 8-jährigen Yussef mit seiner taubstummen Mutter in der Shuhada Street, die von den Israelischen Soldaten kontrolliert wird. Anwohner und Touristen, aber keine Palästinenser kommen durch die Kontrolle.

Der Film hatte eine solche Wirkung, dass ganz viele Zuschauer den ARD-Korrespondenten Markus Rosch anschrieben und auch Hilfe in vielerlei Gestalt, aber auch hauptsächlich mit Spenden anboten. Markus Rosch bat uns, das zu übernehmen, denn er sei als Berichterstatter schlicht überfordert. Wir hatten gerade das Glück, dass jemand von den Grünhelmen, Gertrud Amon Seibert, nach Palästina geflogen ist, die dort den Korrespondenten Markus Rosch und den 8-jährigen Yussef besuchen konnte.

Mittlerweile haben wir eine gute Summe zusammenbekommen (genau 11.181 EUR), müssen aber auch sagen, dass die Prothetische Behandlung nur in Israel möglich ist, wo die Behandlung wie in Deutschland sehr teuer, aber auch gut sein könnte. Yussef müsste erst mal wegen der Prothesenversorgung nach Israel, was schwierig genug ist. Die Organisation Lifegate hat uns die Fa. Gappim, in Tel ha Shomer und Eshet in Jerusalem empfohlen, mit denen sie zusammenarbeiten. Diese Organisation könnte auch einen Termin für den Jungen machen, um dann einen Kostenvoranschlag einzuholen.

Nachtrag vom 29. September 2015:

Yussuf und seine Mutter haben inzwischen die Genehmigung bekommen, für den Arztbesuch in Israel einzureisen zu dürfen. Ein Mitarbeiter von Lifegate hat sie begleitet zu einem Spezialisten in der Klinik von Tel Hashomer. Nach Auskunft der Ärzte kann eine Prothese für Yussuf angefertigt werden, mit der er Dinge halten und transportieren kann. Der Kostenvoranschlag beläuft sich auf ca. 3.400 EUR, hinzu kommen Transportkosten für den Jungen und weiter finanzielle Belastungen. Da Yussuf schnell wächst, muss außerdem damit gerechnet werden, dass die Prothese ungefähr im Jahreswechsel ausgetauscht werden muss.

Yussuf hat sich so sehr eine zweite Hand gewünscht. In Markus Roschs Film hat er gesagt: „Aber wir sind arm. Lass uns nicht mehr darüber reden.“ Jetzt ist er glücklich und freut sich auf seine Prothese.

Über den Fortgang dieses Projektes werden wir weiter über die Website der Grünhelme berichten.

 

 

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