Zwischenbericht aus Ruanda
Interkonfessionelles Multifunktionsgebäude kurz vor der Fertigstellung

2015.08.01_1„Ich habe nichts mit Kriminellen zu tun.“ Mit so viel Mitgefühl spricht Eugenie Musayidire über die vielen Jahre, die sie schon im Ruandischen Gefängnis von Muhanga für traumatisierte Mütter und deren unschuldig eingesperrte Kinder arbeitet. Nach dem sich Eugenie nach der Ermordung Ihrer Mutter freiwillig für ein Leben in Ihrer alten Heimat entschieden hat und sich hier auf einzigartige Weise für eine angemessene Kindheit dieser besonderen Jungen und Mädchen einsetzt, interessiert sie sich nicht für die Verbrechen und Vorgeschichten der verurteilten Mütter, sondern ausschließlich für deren gesunde Zukunft – denn nur dann haben ihre Kinder die Chance auf einen fairen Start ins Leben.

Genau deshalb bauen wir im Gefängnis von Muhanga nun schon das ganze Jahr an einer Erweiterung für den hier früher von uns Grünhelmen errichteten Kindergarten. Diesmal entsteht ein Gebäude, in dem die eingesperrten Mütter in traditionellem Kunsthandwerk geschult werden sollen, so dass sie nach ihrer möglichen Freilassung gleich eine sichere Einnahmequelle haben um sich und ihre Kindern damit gut zu versorgen. An den Wochenenden soll das Gebäude zudem von allen im Gefängnis lebenden Religions- und Konfessionsgruppen als gemeinsames Gebetshaus genutzt werden können.

Mittlerweile sieht das ausschließlich von Gefangenen gebaute Haus schon so aus als könnten die Gefängnismütter dort bald einziehen. Alle Wände und Stützen stehen bereits. Und ein Großteil der über 10.000 gebrauchten und nun zu grünen Fenstern werdenden Glasflaschen sind verbaut.

Besonders großen Anteil daran hatten vor allem unsere Grünhelme Katharina Surgens, Joshua Klupp und Georg Bromann, die sich hier in den letzten Monaten mit aller Kraft für das Projekt eingesetzt haben.

Nun hoffen wir, dass die Bauarbeiten möglichst bald abgeschlossen sind, so dass wir den Bau Ende August mit unseren Freunden vom Berliner Mehr-Religionen-Haus, dem „House-of-one“, planmäßig eröffnen können – ganz nach unserem Ruandischen Motto:

„Ineza Iganze“ – „Am Ende wird immer alles gut“.

Live aus Ruanda: Till Gröner

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