Burkina Faso
Neues Projekt der Grünhelme

06.05.2012_2Seit zwei Wochen ist unser Grünhelm Till Gröner nun schon an der Arbeit in einem heißen Land Afrikas. Burkina Faso schlägt alle Hitzerekorde für den, der von den Grünhelmen schon mal in Ruanda, im Kongo oder in Mauretanien war. Wir hatten in den Tagen Mitte April Temperaturen bis 43 Grad in Remdoogo auf der Baustelle.

Remdoogo, diesen Namen müssen wir uns einprägen, denn das ist ein Natur-Schauspiel, 35 km von der Hauptstadt Ouagadougou entfernt. Remdoogo ist markiert durch hochgewuchtete Gesteine und Felsbrocken, die das berauschende Bild einer Natur-Theaterkulisse bieten. In diesem kleinen Hügelareal gibt es in der Mitte eine Art Mulde, in die die Schule gebaut wurde. In diese Schule gehen mittlerweile 50 kleine Kinder aus den Dörfern der Umgebung. Die Dörfer und die Bauern um das Theaterdorf herum sollen etwas von dieser Initiative haben. Bisher haben sie eine Schule, in die sie die eigenen Kinder schicken können. Und es soll eine Krankenstation dazu kommen.

Die Krankenstation soll aus drei kleinen Gebäuden am Fuße des Stein-Meers liegen. Till Gröner hat sich die Pläne ganz zu eigen gemacht und ist schon heftig dabei, sie umzusetzen. Wir haben gemeinsam auf dem Motorrad, das wir für die GRÜNHELME dort angeschafft haben, auch die umliegenden Ortschaften besucht. In den Dörfern herrscht noch ein ungetrübtes und fast unangetastetes traditionelles Herrschaftssystem. Es gibt einen Dorfältesten, der mit einem Herrschaftsstab und einem besonders herausragenden Sessel den Gast empfängt. Es wäre natürlich gut, wenn durch die Entwicklung des Theaterdorfes die Dorfbewohner auch etwas in Bezug auf den Verkauf und die Verarbeitung ihrer Produkte hätten.

In der Mitte des Theaterdorfes stehen zehn Container, mit Materialien nicht nur zum Aufbau von Theaterböden, sondern auch Werkzeuge, die vor der Schule in einem Halbrund stehen. Es sind 12 Häuser entstanden, ausgezeichnet durch eine besondere architektonische Bauweise. Die Häuser haben alle ein Dachsegel, das über dem Gebäude ineinander verschachtelt ist und den Wind in das Haus hineinzwingt. Es gibt somit in diesen Gebäuden eine warme Raumluft, die nach oben steigt. Dadurch entsteht ein Luftsog. Die Öffnungen in der Decke der Zimmer liegen unter dem großen Segeldach. Es herrscht in diesen Häusern also viel Wind. Und Wind empfindet der Europäer immer als Kühlung.

Die Krankenstation ist geplant als die Zugabe der Grünhelme zu dem Festivaldorf von Christoph Schlingensief. Wir hatten in der Zeit, als Schlingensief noch lebte, uns verpflichtet, etwas als Grünhelme zu dem Dorf hinzugeben. Anfang hatten wir uns geeinigt, dass das Geld dafür aus der Kasse Schlingensief kommen würde und wir uns nur mit unserer Expertise beteiligen.

Zum anderen war die Ausstattung des Projektes 2012 nicht mehr so üppig. Darauf machten wir mit dem Büro des Festivaldorfes aus: Wir beginnen mit der Arbeit im April 2012 und wir machen diese Arbeit so weit fertig, dass nach drei Monaten Till Gröner ein weiterer Architekt für die Grünhelme dort hingeht. Und wir hoffen, bis zum Mitte Juni noch jemanden (Zimmermann, Maurer, Bauingenieur) zu finden, der mit dem nächsten Architekten die Arbeit tut.

Am 12. Mai soll der Ex-Bundespräsident Horst Köhler in seiner Eigenschaft als Afrika- Experte und Liebhaber den Grundstein bei fortlaufender Arbeit in der Krankenstation legen.

 

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